Lübeck
INFORMATIK 20089 Gesellschaft für Informatik e.V.
39. Jahrestagung, Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Lübeck
Informatik 2009 > Workshop "Spiele, Geschäftsprozesse und Interaktionsmodelle"


Workshop
"Spiele, Geschäftsprozesse und Interaktionsmodelle"

— ganztägig —


Inhalt
Die Spieltheorie, wie von Johann von Neumann initiiert, ist eine gut ausgebildete mathematische Theorie der sozialen Interaktionen. Ihr Thema sind Entscheidungssituationen, in denen das Ergebnis für jeden Interaktionsteilnehmer im Allgemeinen nicht nur von seinen Entscheidungen und Aktionen, sondern auch von den Entscheidungen und Aktionen der anderen Teilnehmer abhängt. In der wissenschaftlichen Ökonomie ist die Spieltheorie zum dominierenden Modell geworden, wenn es darum geht, Interaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten zu beschreiben.

Die informatische Theorie interagierender Prozesse richtet sich auf ein sehr ähnliches Themengebiet, nämlich die Interaktion informationsverarbeitender Systeme, deren Ergebnis ebenso von den Entscheidungen und Aktionen aller Akteure abhängt. Diese Theorie besteht momentan aus einer Vielzahl verschiedener Ansätze und Techniken: Petri-Netze, Event-Prozess-Ketten, Sprechakte/Transaktionsmuster, algebraische Prozessbeschreibungen, verteilte Algorithmen, abstrakte Zustandsautomaten, persistente Turingmaschinen/interaktive Transitionssysteme, erweiterte I/O-Automaten in verschiedenen Schattierungen, Agenten, spezielle Prozessbeschreibungssprachen oder auch Protokolle – um nur einige wichtige Vertreter zu benennen.

Spätestens mit dem Aufkommen elektronisch abzuwickelnder Geschäftsprozesse ist zu erwarten, dass sich beide Gebiete wechselseitig befruchten.

Dieser Workshop ist daher ein Versuch, die Forscherinnen und Forscher aus beiden Bereichen zusammenzubringen und die Frage zu stellen, wie die Werkzeuge und Einsichten der Spieltheorie zur Beschreibung von informationsverarbeitenden Prozessen verwendet werden können oder umgekehrt.

Wir laden wissenschaftliche Beiträge ein, die wesentliche Aspekte der Theorie informationsverarbeitender Prozesse mit entsprechenden Aspekten der Spieltheorie (oder umgekehrt) in Beziehung setzen. Die Beziehung zu Geschäftsprozessen ist erwünscht, aber nicht notwendig.

Adressatinnen und Adressaten
Im Sinne von "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie" soll der Workshop Praktikerinnen und Praktiker mit Interesse an einer fundierten theoretischen Grundlage sowie Theoretikerinnen und Theoretiker mit Interesse an praktischen Anwendungen ansprechen. Beiträge in Deutsch und Englisch sind möglich.

Programm
9:00 - 10:30, Session W11-1
1. Patrick Keil: Spieltheorie und strategisches Verhalten: eine Einführung
2. Johannes Reich: The relation between protocols and games

11:00 - 12:30, Session W11-2
1. Hans-Jörg Kreowski: Autonomous Units to Model Games
2. Anders Starcke Henriksen: A Game-Theoretic Model for Distributed Programming by Contract

14:00 - 15:30, Session W11-3
1. Tiziana Margaria: Test your Strategy - Intuitive Strategy Definition and Evaluation for Novices and Experts
2. Alexander Rajko: Design von Reputationssystemen auf Basis von Spieltheorie und Experimenteller Wirtschaftsforschung

16:00 - 17:30, Session W11-4
1. Rustam Tagiew: Strategic Interaction Definition Language
2. Christian Wagner: Component-Oriented Behavior Extraction for Autonomic System Design using Games

Beiträge
Alle Beiträge sind elektronisch als PDF-Dokumente bis zum 26. April 2009 gemäß den Richtlinien der GI-Edition "Lecture Notes in Informatics (LNI)" einzureichen. Sie dürfen in dieser Formatierung einen Umfang von 8 Seiten nicht überschreiten.

Eingereichte Beiträge werden geprüft und akzeptierte Beiträge in der GI-Edition "Lecture Notes in Informatics" veröffentlicht. Von mindestens einer Autorin oder einem Autoren wird die Bereitschaft erwartet, sich zur Tagung anzumelden und den Beitrag in Form eines Vortrags vorzustellen.

Teilnahme
Für die Teilnahme am Workshop ist eine Anmeldung zur INFORMATIK 2009 erforderlich.

Programmkomitee
Gregor von Bochmann, University of Ottawa
Benedikt Bollig, École Normale Supérieure de Cachan
Bernd Finkbeiner, Universität des Saarlandes
Matthias Kaiser, SAP AG
Wolfgang Koch, SAP AG
Barbara König, Universität Duisburg Essen
Hans-Jörg Kreowski, Universität Bremen
Martin Leuker, Technische Universität München
Tiziana Margaria, Universität Potsdam
Johannes Reich (Vorsitz), SAP AG
Thomas Wilke, Universität Kiel

Kontakt
Johannes Reich
SAP AG
Dietmar-Hopp-Allee 16
69190 Walldorf

Tel.: 06227 743006
Fax: 06227 7834157
E-Mail: johannes.reich[at]sap.com

Den Call for Papers finden Sie  hier.