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» Wie sich Kultur und Gesellschaft mit den Medien ändern

Creative Unit „Kommunikative Figurationen“ startet an der Universität Bremen

Förderung aus Mitteln der Exzellenzinitiative

Fortlaufende Erreichbarkeit durch das Handy, Partnersuche via Internet, neue Medien in Schule und Kirche: Medienkommunikation geht mit tiefgreifenden Veränderungen von Kultur und Gesellschaft einher. Doch wie erfolgt dieser Wandel eigentlich? Wie beeinflussen die neuen Medien das menschliche Leben? Im Forschungsverbund „Kommunikative Figurationen“ wird die zunehmende Verflechtung des Menschen mit den Medien erforscht. Das Verbundvorhaben ist vom Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen initiiert und in einem internationalen Begutachtungsprozess erfolgreich ausgewählt worden. Im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern wird es von der Universität Bremen als „Creative Unit“ für die Dauer von drei Jahren gefördert. „Mit den ,Creative Units’ im Exzellenzkonzept der Universität Bremen können neue Themenfelder jenseits der bestehenden Profilbereiche entwickelt und systematisch gefördert werden“, erläutert Professor Rolf Drechsler, Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Uni Bremen, das außergewöhnliche Förderformat „Creative Unit“.

Ausgangspunkt für den Forschungsverbund sind aktuelle Ergebnisse internationaler Kommunikations- und Medienforschung. Jüngere Studien haben deutlich gemacht, dass nicht einfach die Wirkung einzelner Medieninhalte die Welt verändert. „Die Mediatisierungsforschung zeigt, dass die zunehmende Etablierung technischer Kommunikationsmedien insgesamt und der damit einhergehende Wandel unserer Wirklichkeit die Veränderungen vorantreiben“, sagt Professor Andreas Hepp, Sprecher des ZeMKI. Nehme man dies ernst, so Hepp, könne man die Herausforderungen des Medienwandels nur fassen, wenn man dessen medienübergreifende Verflechtungen – seine „kommunikativen Figurationen“ – untersucht.

Die Creative Unit „Kommunikative Figurationen“ macht dies aus Sicht des „Individuums“, seiner „Beziehungen“ und der verschiedenen „Felder“ mediatisierter Gesellschaften und Kulturen zum Gegenstand der Forschung. Auf diese Weise werden die Herausforderungen des medienkommunikativen Wandels für soziale und kulturelle Bindungen, Regeln, Segmentierungen und Machtverhältnisse kritisch analysiert. Es geht darum, durch die innovative Verbindung von Geistes- und Sozialwissenschaften eine Antwort auf die Frage zu finden: Welchen Stellenwert hat der Wandel von Medien und Kommunikation für Kultur und Gesellschaft?

Die Creative Unit besteht aus insgesamt zehn Teilprojekten, die vor unterschiedlichen fachlichen Hintergründen eng zusammenarbeiten: Neben kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen werden auch kommunikationshistorische, medienpädagogische und soziologische Perspektiven einfließen, unter anderem aus der Organisations- und Techniksoziologie, der Politischen Soziologie und der Religionssoziologie. Zum Start der Creative Unit sind acht Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeschrieben worden. Bewerbungsschluss ist der 22. April. Informationen zu den Stellenausschreibungen sind auf der Website des Forschungsverbunds http://www.kommunikative-figurationen.de abzurufen.


Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Drechsler

Herkunft:
Pressemitteilung der Universität Bremen | Nr. 091 / 20. März 2013 SC

Erfassungsdatum: 20.03.2013 | Nr. 174





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