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» Gemeinsam mit Berkeley den Computer rückwärts denken

Bremer Nachwuchsinformatiker Dr. Mathias Soeken wirbt im Bereich „Reverse Engineering“ eigenes Projekt ein

Möchte man ein neues Produkt auf den Markt bringen, wird ausgehend von der ersten Idee die Spezifikation beschrieben. Darauf setzen viele Verfeinerungsschritte bis hin zum endgültigen Produkt auf. Doch es gibt auch den umgekehrten Weg: Man hat ein Produkt und möchte hierzu rekonstruieren, aus welchen Komponenten es besteht und welche Funktionalität es genau besitzt. So zum Beispiel, wenn die Originaldokumente nicht mehr verfügbar sind oder nur in unvollständiger Form vorliegen, oder auch wenn ein Zulieferer ausfällt, man aber die Komponenten weiterhin benötigt. Die zugehörige wissenschaftliche Disziplin trägt den Titel „Reverse Engineering“, was sich frei als „umgekehrte Entwicklung“ bezeichnen lässt. Auch im Bereich des Schaltkreis- und Systementwurfs werden Mikrochips in dieser Weise auf Korrektheit untersucht. Hier ist Dr. Mathias Soeken wissenschaftlich zu Hause.

Der junge Informatiker der Universität Bremen gehört zur Arbeitsgruppe Rechnerarchitektur, die von Professor Rolf Drechsler geleitet wird und eng mit Kollegen der University of California in Berkeley (UC Berkeley) zusammenarbeitet. Von dieser Kooperation profitiert auch Dr. Mathias Soeken. Nach einem Forschungsaufenthalt bei Professor Robert K. Brayton in Berkeley hat er jetzt für ein gemeinsames „Reverse Engineering“-Kooperationsprojekt Fördermittel vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) eingeworben. Es das erste Forschungsprojekt, das Soeken eigenständig eingeworben und zu verantworten hat – und dann gleich gemeinsam mit einer der weltweit führenden Forschungsinstituten im Bereich des Schaltkreisentwurfs.

Im Januar 2015 startet das Projekt

Ziel des Projektes ist es, neue Methoden zu erarbeiten, um die Funktionalität aus Schaltkreisen herauszulesen und so deren Korrektheit einfacher zu überprüfen. Ab Januar 2015 koordiniert Mathias Soeken im Rahmen des projektbezogenen Personenaustausches (PPP) für zwei Jahre die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Robert K. Brayton in Berkeley – und wird diese gemeinsam mit anderen Nachwuchswissenschaftlern regelmäßig besuchen. Durch dieses Projekt in den USA zum Thema „Reverse Engineering“ ergänzt Soeken die langjährige Forschung der Bremer AG Rechnerarchitektur im Bereich des zuverlässigen Schaltkreisentwurfs.

UC Berkeley

Die UC Berkeley zählt zu den führenden Universitäten der USA und der Welt. Mit ihr sind neben 72 Nobelpreisträgern sieben Preisträger der Fields Medaille und 18 Turing-Preisträger assoziiert. Die Fields Medaille und der Turing Award gelten auch als „Nobelpreis der Mathematik“ bzw. „Nobelpreis der Informatik“. Dies unterstreicht die Bedeutung der Universität für die Mathematik und Informatik. Professor Brayton ist eine Koryphäe auf dem Gebiet des Schaltkreisentwurfs und hat dessen Entwicklung seit Beginn der 60er Jahre signifikant geprägt. Unter seiner Leitung wurden erstmals Computerprogramme im Schaltkreisentwurf öffentlich verfügbar gemacht. Dies ist als Meilenstein der Open Source Initiative in diesem Feld zu sehen.


Kontakt:
Dr. Mathias Soeken

Herkunft:
Pressemitteilung der Universität Bremen | Nr. 423 / 10. Dezember 2014 SC

Erfassungsdatum: 10.12.2014 | Nr. 207





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