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» Roboterfußball: Bremer Team B-Human ist Europameister

Das Bremer Team B-Human hat bei den RoboCup European Open im niederländischen Eindhoven den Titel in der Standard Platform League geholt. Der amtierende Vizeweltmeister besiegte den WM-Dritten, das Nao-Team HTWK aus Leipzig, im Finale mit 5:0. Damit ist das gemeinsame Team der Universität Bremen und des Forschungsbereichs Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) seit mittlerweile acht Jahren auf europäischer Ebene ungeschlagen. Die Standard Platform League verdankt ihren Namen der Tatsache, dass alle Fußball-Teams dasselbe Robotermodell verwenden, nämlich den humanoiden Roboter NAO der französischen Firma Aldebaran Robotics. Die Teams unterscheiden sich allein in der Software, die sie für die Roboter entwickeln. Dank ihrer Hilfe agieren die NAOs im Spiel vollständig autonom. Sie müssen ihre Umgebung erkennen, Entscheidungen fällen und diese dann gemeinsam umsetzen. In den Fußballspielen treten jeweils fünf Roboter gegeneinander an.

Stark in der Abwehr

Das Finale war eine erneute Auflage des in den vergangenen Jahren bei europäischen RoboCup-Wettbewerben immer wieder ausgetragenen Endspiels zwischen dem Bremer und dem Leipziger Team. In diesem Jahr konnten die Bremer es wieder etwas deutlicher für sich entscheiden. Beide Teams hatten alle ihre Spiele auf dem Weg ins Finale hoch gewonnen. Im Finale konnten die dribbelstarken Leipziger Roboter den Ball oft in die Bremer Hälfte bringen, scheiterten aber letztlich an der starken Bremer Verteidigung. Durch gezielte Distanzschüsse und schnelle Konter setzte sich das Bremer Team Tor um Tor von den Leipzigern ab und errang somit wieder den Titel.

Das Team B-Human besteht aktuell aus 27 Studierenden der Universität Bremen sowie den Betreuern Dr. Thomas Röfer vom DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems, der von Professor Rolf Drechsler geleitet wird, und Dr. Tim Laue von der Universität Bremen. B-Human tritt seit 2009 bei RoboCup-Wettbewerben in der Standard Platform League an und hat viermal die Weltmeisterschaft, siebenmal die German Open und nun die European Open gewonnen.

Neu: Roboter mussten Anpfiff erkennen und Ball war schwarzweiß

Im diesjährigen Wettbewerb gab es zwei zentrale Neuerungen: Zum einen wurde jeder Anstoß vom Schiedsrichter mit einer Trillerpfeife angepfiffen. Die Roboter mussten den Pfiff erkennen, um zu wissen, dass es losgeht. Konnten sie dies nicht, wurden sie mit einiger Verzögerung gestartet. Diese Regel wurde bereits im Vorjahr in Finalspielen angewendet, galt aber nun für alle Spiele. Zum anderen war der Ball jetzt schwarzweiß statt wie bisher orange und sah aus wie die Miniaturausgabe eines regulären Fußballs. Da die Roboter, die Feldmarkierungen und die Tore ebenfalls weiß sind, erschwerte dies den Robotern die Erkennung des Balls erheblich. Während man diese Tatsache den drei Erstplatzierten B-Human, Nao-Team HTWK und den Nao Devils aus Dortmund kaum anmerkte, hatte das restliche Feld noch erhebliche Probleme mit dieser Regeländerung. Bis zur Weltmeisterschaft Ende Juni in Leipzig haben deshalb viele Teams noch einiges zu tun.

Über den RoboCup

Hinter dem Wettbewerb steht eine internationale Initiative zur Förderung der Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik. Gemeinsames wissenschaftliches Ziel ist, bis zum Jahr 2050 ein Team von autonomen, humanoiden Robotern zu entwickeln, das in der Lage ist, den zu diesem Zeitpunkt amtierenden menschlichen Fußballweltmeister zu schlagen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in verschiedenen Ligen unterschiedliche Forschungsschwerpunkte gesetzt und die Anforderungen an die Teams kontinuierlich erhöht.

  • Offizielle Webseite der RoboCup European Open: www.robocupeuropeanopen.org/en/matches/schedule-standard-platform-league
  • Webseite des Teams B-Human: http://www.b-human.de
  • Webseite des DFKI-Forschungsbereichs Cyber-Physical Systems: http://www.dfki.de/cps


Kontakt:
Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Forschungsbereich Cyber-Physical Systems
Dr. Thomas Röfer
Telefon: 0421-218 64200
E-Mail: Thomas.Roefer@dfki.de


Herkunft:
Pressemitteilung der Universität Bremen | Nr. 084 / 4. April 2016 MM

Erfassungsdatum: 05.04.2016 | Nr. 273





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