Testen digitaler Chips mit eingebetteten Speichern
Dr. Markus Seuring
[ AMD, Dresden ]
Datum: 2004-05-26
Uhrzeit: 17.00 Uhr c.t.
Ort: Bremen, Uni Bremen Treffpunkt: Raum 5210, MZH

Oft enthalten hochintegrierte Chips nicht nur funktionale Logik, sondern auch große Speicherblöcke; Beispiele dafür sind Prozessoren mit Cachespeicher. Um einen solchen Chip auf korrekte Funktion zu testen,
werden gewöhnlich unter anderem Scantests für die funktionale Logik benutzt
und zur Überprüfung der eingebetteten Speicherblöcke wird Steuerlogik für
einen Memory Built-in Self Test (MBIST) hinzugefügt. Diese Tests brauchen
zusätzlichen Aufwand, der dadurch gerechtfertigt ist, dass bei der
Produktion der Chips diese zuverlässig, schnell und kostengünstig getestet
werden können.
Für den Scantest werden Flipflops und/oder Latches, die den Zustand
speichern, zu einer Kette verbunden. Mittels dieser zusätzlichen
Scanarchitektur kann dann ein beliebiger Zustand in die Kette von außen
`hineingeschoben', der Chip mit diesem Zustand getestet und dann der
Folgezustand durch `hinausschieben' aus der Kette überprüft werden.
Für den Memory Built-in Self Test (MBIST) wird Steuerungslogik hinzugefügt,
welche Speicher-adressen generiert, Daten zu den entsprechenden Adressen
schreibt, wieder Daten zurückliest und dann vergleicht, ob die Daten korrekt
gespeichert wurden. Normalerweise werden diese weit verbreiteten Tests in
zwei unterschiedlichen Schritten durchgeführt, da sich ohne besondere
Vorkehrungen diese beiden Testmethoden gegenseitig stören. Jedoch kann ein
gleichzeitiges Ausführen die Zeit für das Testen reduzieren und Stresstests
effizienter machen. Ein neuer Ansatz dazu zeigt, dass mit nur geringen
Erweiterungen der Testlogik dies erreicht werden kann.

 | Ansprechpartner: Prof. Dr. Rolf Drechsler
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