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Fulltext:
Von unserem Redakteur
JĂĽrgen Wendler
BREMEN. Dass Shakespeare ein Dramatiker war, weiĂź fast jeder. Aber wer kennt
schon den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik? Naturwissenschaftliche und mathematische Kenntnisse sind nach wie vor
etwas, das viele lieber Fachleuten ĂĽberlassen. Dabei sind auch sie Teil der menschlichen Kultur. Der Mathematik-Professor Dr.
Ulrich Krause möchte nicht nur das Bewusstsein dafür schärfen, sondern auch Brücken zwischen den Fachgebieten schlagen.
Der Wissenschaftler von der Universität
Bremen greift damit Gedanken auf, die der
englische Physiker und Schriftsteller
Charles Percy Snow (1905 bis 1980) in seiner
berĂĽhmten These von den zwei Kulturen zusammengefasst hatte. VerstĂĽnden sich die
Vertreter der beiden Kulturen – die Geistesund die Naturwissenschaftler – besser, wäre
es leichter, die Probleme der Welt zu lösen,
hatte Snow erklärt.
Deutlicher als mit den Worten des antiken
griechischen Gelehrten Pythagoras und des
deutschen Dichters Novalis (1772 bis 1801),
der trotz seiner Kritik an der Zahlengläubigkeit viel für die Mathematik übrig hatte, lassen sich die Gegensätze zwischen den Kulturen kaum veranschaulichen. „Alles ist
Zahl“, hatte Pythagoras gesagt, und der Romantiker Novalis dichtete: „Wenn nicht
mehr Zahlen und Figuren / Sind SchlĂĽssel aller Kreaturen / Wenn die so singen, oder kĂĽssen, / Mehr als die Tiefgelehrten wissen, / ...
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort / Das
ganze verkehrte Wesen fort.“
Den Anspruch, alles in Zahlen und Formeln ausdrücken zu können, erhebt Ulrich
Krause nicht. „Man sollte bescheiden bleiben. Es gibt Bereiche des Lebens, die sich
wahrscheinlich niemals mathematisch erfassen lassen – zum Beispiel die Welt der Gefühle“, sagt er. Dies ändere aber nichts daran, dass die Mathematik zunehmend an Bedeutung gewonnen habe – eben weil sie
helfe, vieles besser zu verstehen.
Wenn Physiker sich zum Beispiel mit den
Auswirkungen des Zweiten Hauptsatzes
der Thermodynamik befassen, das heiĂźt mit
der Erkenntnis, dass bei der Nutzung von
Energie immer ein Teil als Abwärme verloren geht, sind sie auf Formeln angewiesen.
Man braucht aber gar nicht so weit zu gehen, um zu erkennen, dass die Mathematik
aus dem Alltag nicht wegzudenken ist. Wer
einen neuen Teppich kaufen möchte, verlässt sich eben in der Regel nicht auf sein Augenmaß, sondern multipliziert die Länge
mit der Breite des Raumes, um die richtige
Quadratmeterzahl zu erhalten.
Modelle beschreiben die Wirklichkeit
Laut Krause zeigt gerade die Mathematik,
wie unsinnig es ist, eine Trennlinie zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften zu ziehen. Genau genommen, so
sagt der Professor, zähle nämlich auch sie zu
den Geisteswissenschaften. Mathematiker
machten keine Experimente wie Physiker
und Chemiker, sondern entwickelten mit
Hilfe ihrer eigenen Sprache Modelle, um
die Wirklichkeit zu beschreiben. Dabei sei
es gleich, ob es um das Verhalten eines Vogelschwarms oder aber um die Meinungsbildung in einer Menschengruppe gehe. Wie
ist es möglich, dass große Vogelschwärme
immer beisammen bleiben – selbst dann,
wenn der Schwarm in Sekundenbruchteilen
die Richtung ändert? Inzwischen sind Wissenschaftler in der Lage, diese Frage zu beantworten. Jeder Vogel sieht demnach auf
das Tier vor ihm und orientiert sich daran.
Die Vögel achten auf den Abstand und passen ihre Geschwindigkeit an, das heißt: Sie
gehen mit mathematischen Größen um.
Nach den Worten Krauses handelt es sich
bei der Ordnung des Vogelschwarms um
ein Kommunikationsproblem. Vor einem
ähnlichen Problem stünden Menschen,
wenn es gelte, unterschiedliche Meinungen
unter einen Hut zu bekommen. Der Professor drückt es so aus: „Man schließt Kompromisse. Ein Mathematiker würde sagen: Man
sucht den Mittelwert.“
Tatsächlich, so der Wissenschaftler, gebe
es mittlerweile mathematische Modelle, die
solche Vorgänge beschrieben. Es sei deshalb alles andere als abwegig, in der Mathematik eine Brücke zwischen den Wissenschaften oder gar eine dritte Kultur zu sehen, die in der Lage sei, die Kluft zwischen
den beiden anderen, den Geistes- und den
Naturwissenschaften, zu ĂĽberwinden.
> Wer mehr ĂĽber die Ansichten Krauses wissen
oder mit ihm über seine Auffassungen diskutieren möchte, sollte sich Freitag, den 4. Juli,
vormerken. Dann nämlich hält der Professor
im Haus der Wissenschaft, Sandstr. 4/5, einen
Vortrag unter dem Titel „Mathematik auf dem
Weg zu einer dritten Kultur?“. Beginn ist um
19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Ă–FFENTLICHE VORTRĂ„GE
Von unserer Mitarbeiterin
Kerstin Schnaars
BREMEN. „Mir war früh klar, dass ich etwas
zum Thema Markenwelt schreiben wollte“,
sagt die Kulturwissenschaftlerin Janine Lancker. „Ich finde es faszinierend, welchen
Stellenwert Markenartikel heute in unserer
Gesellschaft haben.“ Im Rahmen ihrer Magisterarbeit an der Universität Bremen hat
sie untersucht, warum und wie aus Markenartikeln Fetische werden können, Gegenstände, die ihren Besitzern hilfreich oder sogar unersetzlich zu sein scheinen.
Grundlegend fĂĽr ihre Arbeit sei eine Theorie des Berliner Professors Dr. Hartmut
Böhme gewesen, nach der das Verhältnis
des Menschen zu den ihn umgebenden Objekten niemals neutraler Natur sein könne,
erläutert Janine Lancker. Im Bemühen, die
Umwelt zu verstehen und sie zu erschlieĂźen, wĂĽrden Menschen automatisch einige
ihrer Eigenschaften auf Gegenstände übertragen.
Vor diesem Hintergrund prĂĽfte Janine
Lancker drei Markenbeispiele aus den Bereichen Nahrung, Wohnraum und Kommunikation. Eines davon war ein Handy. Die
28-Jährige analysierte unter anderem
schriftliche Quellen, in denen Benutzer ihren Umgang mit dem mobilen Telefon beschrieben, und nutzte eigene Erfahrungen.
Markenartikel transportiert Image
„Als Fetisch transportiert ein Markenartikel
ein bestimmtes Image“, sagt sie. So könne
ein edles, teures Handy zum Beispiel dazu
führen, dass sein Besitzer sich als erfolgreicher Geschäftsmann fühle. Der Gegenstand, also das Markenhandy, trete dabei an
die Stelle der ErfĂĽllung dieses Wunsches.
Dazu, dass sich der Käufer plötzlich in einen
erfolgreichen Geschäftsmann verwandle,
führe es natürlich nicht, erläutert Janine Lancker. Aber: „Das Handy ist im Kopf so sehr
mit dieser Vorstellung verbunden, dass der
Gegenstand in der Lage ist, diesen Wunsch
in Teilen einzulösen.“
Um diesen Vorgang zu beschreiben, sprechen Fachleute von einer Bedeutungsübertragung. Diese lässt sich nach Darstellung
der Kulturwissenschaftlerin auch bei sakralen Gegenständen wie beispielsweise Amuletten, christlichen Kreuzen oder Heiligenfiguren beobachten. Auch diesen Dingen
schreibe der Mensch eine Bedeutung, eine
Funktion zu, um zum Beispiel an ihrer
Macht oder auch ihrem Schutz teilzuhaben,
erklärt Janine Lancker. Nach ihren Worten
vermittelt das Kreuz, das gläubige Christen
traditionell bei sich tragen, ein GefĂĽhl von
Sicherheit. Die gleiche Rolle könne bei manchen das Handy spielen, das sie deshalb
zum Beispiel bei Autofahrten stets bei sich
hätten. Dahinter stehe der Gedanke, im
Falle einer Panne sofort Hilfe rufen zu können. Unbedingt nötig sei dies allerdings in
der Regel nicht – schließlich sei man im Straßenverkehr meist von anderen Menschen
umgeben, die sofort helfen könnten. Menschen, denen das Handy zum Fetisch geworden sei, fühlten sich unwohl und unsicher,
wenn sie es nicht bei sich trĂĽgen, betont die
28-Jährige.
Ein StĂĽck Geborgenheit
Die Themen Sicherheit und Geborgenheit
spielen auch bei einem weiteren Beispiel
aus Janine Lanckers Magisterarbeit eine
entscheidende Rolle. Ihren Untersuchungen zufolge können nämlich auch die Markenprodukte bekannter Fast-Food-Ketten
zu Fetischen werden. In der Werbung als
nahrhaft, gesund und lecker dargestellt,
seien sie fast überall auf der Welt in gleichbleibender Qualität, zu vergleichbaren Preisen und stets im gleichen Ambiente zu bekommen. „Man weiß, wie es schmeckt,
muss sich auf nichts Neues mehr einlassen
und gehört einfach dazu, wenn man dort essen geht“, erläutert die Kulturwissenschaftlerin.
So betrachtet, können Markenartikel
auch eine Konstante, das heiĂźt eine feste
Größe, im Leben darstellen. Natürlich hätten sie die Religion oder sakrale Gegenstände nicht ersetzt, wohl aber ergänzt,
glaubt Janine Lancker. Viele Menschen hätten heute Zugang zu verschiedenen Glaubenswelten und suchten sich jeweils das heraus, was ihnen guttue. Der Fetischismus sei
ein Umweg zum eigenen Ich. „Das, was ich
auf einen Gegenstand projiziere, ist das,
was ich von ihm erwarte, das, was ich durch
ihn zu bekommen versuche“, betont die
28-Jährige.
Mathematische Modelle helfen nicht nur, das Verhalten von Menschengruppen zu verstehen, sondern auch das von Vogelschwärmen. Der Formationsflug funktioniert, weil sich die einzelnen Vögel
an ihren unmittelbaren Nachbarn orientieren. Sie achten auf den Abstand und die Geschwindigkeit, das heißt auf mathematische Größen. FOTO: DPA
BREMEN (JÜW). Die „Robotics Group“ der
Jacobs University und das Technologie-Zentrum Informatik der Universität Bremen bieten Schülern im Alter von neun bis 17 Jahren vom 11. bis 15. August die Möglichkeit,
sich in der Jugendherberge Bremen unter
wissenschaftlicher Anleitung mit innovativen Technologien zu beschäftigen. Auf dem
Programm stehen drei Workshops zu den
Themen Sport und Technologie, mobile Roboter und humanoide Roboter. Wer Interesse hat, kann sich bis zum 20. Juli ĂĽber das
Internet unter www.innovationscamp.de bewerben. Die Kosten fĂĽr die Woche belaufen
sich einschlieĂźlich Ăśbernachtung, Verpflegung und Rahmenprogramm auf 189 Euro.
REDAKTION CAMPUS
Telefon: 0421·36713465
Telefax: 0421·36713466
E-Mail: campus@btag.info
Mathematik-Professor Dr. Ulrich Krause von
der Universität Bremen. FOTO: FR
BREMEN (JĂśW). Der Internationale Studiengang Technische und Angewandte Biologie
an der Hochschule Bremen und das Gymnasium Kurt-Schumacher-Allee schlieĂźen am
2. Juli einen Kooperationsvertrag. Wie die
Hochschule mitteilt, sollen in Zukunft regelmäßig Informationen über Ausbildung,
Lehre, Forschung und Berufsbilder auf dem
Gebiet der Biotechnologie ausgetauscht
werden. Die Zusammenarbeit solle dazu beitragen, das Verständnis von Schülern für
die Zusammenhänge eines technisch-naturwissenschaftlichen Studiums zu fördern.
Dies, so heiĂźt es, werde im Rahmen von gemeinsamen Projekten geschehen.
BREMEN (JÜW). Wie stellt sich die Öffentlichkeit jugendliche Gewalttäter vor? Was
fĂĽr Probleme haben Migrantenkinder in Betreuungseinrichtungen? Wie entwickelt
man museumspädagogische Angebote für
Kinder? Mit solchen Fragen haben sich angehende Kulturwissenschaftler der Universität Bremen im Projekt „Kulturwissenschaftliche Kinder- und Jugendforschung in Afrika
und Europa“ beschäftigt. Ihre Ergebnisse
stellen sie am 2. Juli von 10 bis 14 Uhr im Hafenmuseum Speicher XI vor.
Ein Mathematik-Professor schlägt Brücken
Ulrich Krause möchte das gegenseitige Verständnis von Geistes- und Naturwissenschaftlern fördern
Wenn der Markenartikel zum Fetisch wird
Eine Bremer Kulturwissenschaftlerin hat untersucht, welche Bedeutung bestimmte Gegenstände für Menschen besitzen können 27. Juni: Detlef Hanke (Essen): „Mitarbeiter-Motivation als Erfolgsfaktor im Mittelstand“, Universität, SFG, R0150, 10.15 Uhr.
Dr. Einar Kruis (Duisburg): „Gassensoren basierend auf Nanopartikel-Prozesstechnik“,
Universität, Forschungszentrum Bürogebäude, R1250, Klagenfurter Str., 13 Uhr.
28. Juni: Achim Saur (Bremen): „Geschichte
im Dialog – Historische Schätze aus dem Mikrokosmos“, Haus der Wissenschaft,
Sandstr. 4/5, 11 Uhr.
29. Juni: Prof. Dr. Thomas Heberer (Duisburg): „China als Vielvölkerstaat – Konfliktmuster und Konfliktprävention“, Überseemuseum, Bahnhofsplatz 13, 11.30 Uhr.
1. Juli: Volker Schaper (Bremen): „Erfolgreich bewerben – wie geht das?“, Universität, GW2, B2860, 15 Uhr.
2. Juli: Prof. Dr. Stefan Gosepath (Bremen):
„Grundlagen der Gerechtigkeit und ihre Anwendung auf die Umwelt“, Universität,
SFG, S2200, Enrique-Schmidt-Str., 15 Uhr.
Prof. Dr. Wolfram Lippe (Münster): „SoftComputing – Concepts and Applications“,
MPI-Hörsaal, Celsiusstraße, 16 Uhr.
3. Juli: Prof. Dr. Karl Sommer (MĂĽnchen):
„Pneumatische Förderung“, Universität,
Forschungszentrum Bürogebäude, 10 Uhr.
Verena Paulus (Bremen): „Nostalgie und
Exotismus. Erinnern als Vergessen?“, Universität, GW2, B3230, 13.15 Uhr.
Manfred Meise (Bremen): „Strategien zur
nachhaltigen Unternehmensoptimierung“,
Universität, GW2, B2900, 15 Uhr.
Prof. Dr. Harald Giessen (Stuttgart): „Metallische Metamaterialien“, Universität, NW1,
W0040/50, 16.15 Uhr.
Für Janine Lancker steht fest, dass das Verhältnis von Menschen zu Gegenständen niemals ein
neutrales ist. Selbst Alltagsgegenstände könnten zum Fetisch werden. FOTO: KERSTIN SCHNAARS
Innovationscamp fĂĽr
Kinder und Jugendliche
BREMEN (JĂśW). Im Rahmen einer kulturwissenschaftlichen Lehrveranstaltung haben
Studierende der Universität Bremen das
Stück „Die Verfolgung und Ermordung
Jean Paul Marats dargestellt durch die
Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade“ in
Szene gesetzt. Heute führen sie es zum ersten Mal im Theatersaal der Universität auf.
Beginn ist um 20 Uhr. Weitere AuffĂĽhrungstermine sind der 1., 2., 4. und 5. Juli (gleicher
Ort, gleiche Zeit). Der Eintritt kostet sechs,
fĂĽr Studierende und SchĂĽler vier Euro.
Biotechnologen
kooperieren mit Schule
Kinder und
Kulturwissenschaft
Studierende fĂĽhren
TheaterstĂĽck auf
AUS DEN HOCHSCHULEN
SEITE 35FREITAG, 27. JUNI 2008 · NR. 149 CAMPUS
WK-Artikel "Ein Mathematik-Professor schlägt Brücken" vom 27.6.2008 WK-Artikel(27.6.2008) "Ein Mathematik-Professor schlägt Brücken" anlässlich des Krause-Vortrages am 4.7.2008

 



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