Frauenforschung und Technik

 

 

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Soziale Ko-Konstruktion von Technik und Geschlecht

Die Frauen- und Geschlechterforschung hat in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl theoretischer Konzepte von "Geschlecht" hervorgebracht, die zum Teil kontrovers diskutiert wurden. Bezüge zur Technik oder Informatik sind dabei jedoch nur vereinzelt hergestellt worden. Die Informatik selbst ringt noch mit ihrem Selbstverständnis als Disziplin. Sie nimmt zwar am rasanten Wandel in den Konzepten, Prozessen und Produkten der Informationstechnik teil, jedoch werden die sozialen Konstruktionen des Technischen, ihre Grundlagen und Wirkungen bisher wenig reflektiert. Untersuchungen, die die Verstrickungen des Technischen und Geschlechtlichen innerhalb der Informatik tiefergehend analysieren, sind dementsprechend rar.

Der Ausdruck "Ko-Konstruktion von Technik und Geschlecht" verweist darauf, dass sich "Technik" und "Geschlecht" jeweils gegenseitig konstituieren. Wir betrachten es als eine Aufgabe und Herausforderung der Genderforschung in der Informatik, die sozial-materiell-semiotischen Herstellungsprozesse von Technik und Geschlecht in ihrer Verwobenheit zu rekonstruieren.

Die Verschränkungen von Informatik, Informationstechnologien und Geschlecht lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven untersuchen. Besonders interessant erscheinen uns folgende miteinander verwobene Analyseebenen:

  • die Rolle von Technologien in der Herausbildung und wiederholten Bestätigung von (binär gedachten) Geschlechtsidentitäten,

  • die Konnotationen des Technischen und die Bedeutung informationstechnischer Kompetenz für den Status und die Bezahlung von Berufen/ Tätigkeiten,

  • die Stellung des Ingenieurwissenschaftlich-Technischen in der Konstituierung der Informatik als Disziplin,

  • die Einschreibungen der Geschlechterordnung und Abbildungen von Geschlechtsstereotypen in informationstechnischen Systemen,

  • die Wirkungen des Einsatzes von Informationstechnologien in arbeits- und lebensweltlichen Zusammenhängen hinsichtlich der Stabilisierung von Geschlechterhierarchien oder des Aufweichens von Geschlechterdifferenzen.

(Vgl. hierzu auch das Dissertationsprojekt "Grenzziehungsarbeit zwischen Technischem und Nicht-Technischem als Geschlechterkonstruktion" von Corinna Bath)

 
 
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