Frauenforschung und Technik

 

 

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Lehre im SS 2003

Alltagsdesign - Design für Alle 03-813
Susanne Maaß ECTS: 4
Seminar 2 SWS
Di 13-15MZH 5300

Wie gestaltet man Alltagsgegenstände so, dass jedermann und jedefrau sie nutzen kann? Von Seifenspendern und Fahrkartenautomaten über Handies und Videorecorder bis zu Textverarbeitungsprogrammen und elektronischen Webshops - die Welt ist voller Herausforderungen für GestalterInnen und NutzerInnen. Die Schwierigkeiten, die z.B. Körperbehinderte, Kinder oder Touristen in manchen Alltagssituationen haben, weisen darauf hin, dass bis zum "Design für Alle" noch ein weiter Weg ist. Im Seminar beschäftigen wir uns mit den Prinzipien "guten Designs" von Geräten und Software im Hinblick auf ihre Zugänglichkeit und Verständlichkeit für eine möglichst große Vielfalt von potentiellen BenutzerInnen.

Seminar im Rahmen des Projektes ISI+, soweit Raum ist, offen für andere Studierende im Grund und Hauptstudium, auch Medieninformatik und ITG

 
  
Von Hackern, Pinguinen und anderen Spezies: gibt es eine Fachkultur der Informatik? 03-857
Corinna Bath ECTS: 4
Seminar 2 SWS
Di 17-19MZH 7250

Das Außenbild der Informatik ist stark geprägt von klischeehaften Stereotypisierungen. Die dominierenden Vorstellungen über die involvierten Menschen variieren zwischen ‚zwanghaften Programmierern’ (Weizenbaum), Hackern und Nerds, während die Tätigkeit von InformatikerInnen mit Programmierung gleichgesetzt wird.

Das Innenbild der Disziplin stellt sich dagegen differenzierter dar. Bereits ein genauerer Blick in die Studienordnungen lässt eine große Bandbreite des Faches, seiner Zugänge und seiner Methoden erkennen. Dort werden mathematisch-formale Ausrichtungen, Bezüge auf Ingenieurtraditionen und praktische wie auch kritisch reflektierende Anteile der Informatik sichtbar.

Gleichzeitig wuchern auch politische Utopien und soziale Visionen innerhalb des Faches. Manche InformatikerInnen fühlen sich aufgrund fachlicher Kompetenz verpflichtet, gesellschaftliche Verantwortung zu tragen; weitere organisieren sich dazu oder schließen sich bestimmten Leitideen an (z.B. FIFF, CCC, Haecksen, Open Source, Free Software Foundation). Die innerhalb der Informatik gelebten Informatiken erscheinen insgesamt vielfältig, ausdifferenziert und heterogen.

Angesichts dieser Vielfalt von Bildern, Positionen, Fachdefinitionen und (Sub-)Kulturen stellt sich die Frage nach dem „Kern“ der Informatik: Worüber konstituiert sich die Disziplin? Was ist das Verbindende, das InformatikerInnen als InformatikerInnen zusammenhält? Gibt es überhaupt eine informatische „Identität“? Oder existieren unter dem großen Dach der Informatik eher mehrere, grundsätzlich verschiedene Fachkulturen nebeneinander?

Die Frage nach den Gemeinsamkeiten erscheint nicht leicht beantwortbar. Deshalb kann ein Perspektivenwechsel, auf die Grenzen der Disziplin, des Faches und der Profession zu schauen, aussichtsreich sein. Dabei sind nicht nur fachliche Aspekte relevant: Was gehört dazu? Und welche Inhalte und Methoden gelten nicht als informatische? Interessanter noch könnten vielmehr die sozialen Einschlüsse und Ausschlüsse sein. Wer gehört dazu? Und wer nicht? Auf welchem Wege kann man oder frau zur Informatik zugehörig werden? Geht es dabei immer nur um fachliche Kompetenzen und formale Abschlüsse? Oder kann dabei auch die Zugehörigkeit zu einer der oben angesprochenen Gruppierungen eine Rolle spielen? Von wem wird man in welchem dieser Fälle als InformatikerIn anerkannt? Und welchen Status hat eine solche Zuordnung?

Im Seminar wollen wir der Suche nach der Fachkultur bzw. den Fachkulturen der Informatik intensiv nachgehen. Für die Teilnahme wird vor allem ein Interesse am Thema vorausgesetzt. Wünschenswert ist, dass dieses in ein exploratives und forschendes Lernen mündet. Gleichzeitig ist aber auch eine Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen (z.T. englischsprachigen) Texten erforderlich.

 
  
 
 
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