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ISO.3 Korrespondenz des V-Modells zur ISO 12207  

  ISO.3 Conformity between V-Model and ISO 12207

Inhalt  
  • ISO.3.1 Überblick über die ISO 12207
  • ISO.3.2 Abdeckung der Prozesse der ISO 12207 durch das V-Modell
  • Der Internationale Standard ISO 12207 ist ein weltweit akzeptierter Standard für Software-Lifecycle-Prozesse. Er ist zwar ungeeignet für den direkten Einsatz in einem konkreten Projekt, gibt jedoch einen Rahmen vor, der es erlaubt, nationale Standards einzuordnen oder entsprechende Detaillierungen der Prozesse vorzunehmen, um zu einem in der Praxis anwendbaren Standard zu kommen. Weiter beinhaltet die ISO 12207 Definitionen, die als Basis für eine gemeinsame Terminologie auch für nationale Standards dienen kann.

    In folgenden wird ein Überblick über die ISO 12207 gegeben, und es wird dargestellt, wie die Prozesse der ISO 12207 durch das V-Modell realisiert werden.

    ISO.3.1 Überblick über die ISO 12207

    Nachfolgend werden der Anwendungsbereich des Standards ISO 12207, der Ablauf eines Projektes, die Auftragsvergabe und die Beteiligung verschiedener Stellen bei einer Durchführung nach ISO 12207 erläutert.

    Die ISO 12207 kann für die Beschaffung, die Lieferung, die Entwicklung, den Betrieb und die Wartung von Systemen/Software angewendet, unabhängig davon, ob die Entwicklung organisationsintern durchgeführt oder extern vergeben wird. Sie gilt sowohl für Software als eigenständiges Produkt als auch für Software als Bestandteil eines Gesamtsystems.

    Der typische Anwendungsfall liegt in einem AG-AN-Verhältnis, wobei diese beiden Rollen jedoch auch innerhalb eines Unternehmens besetzt sein können. Neben der Softwareentwicklung regelt der Standard auch den Betrieb und die Wartung des Systems und betrachtet auch Aspekte wie Qualitätssicherung und Projektmanagement.

    Der Standard muß für den Einsatz in einem konkreten Projekt auf die jeweiligen Erfordernisse zugeschnitten werden (Tailoring), dabei werden nicht relevante Aufgaben gestrichen.

    Die ISO 12207 schreibt kein Entwicklungsmodell (LC-Modell) vor, sondern liefert einen Software Life-Cycle, in welchen im Projektfall ein ausgewähltes Entwicklungs-/Vorgehensmodell einzubinden bzw. darauf abzubilden ist. Mit Hilfe von Prozessen, die weiter in Aktivitäten zerlegt werden, beschreibt die ISO 12207 den SW-Life-Cycle. Die Aktivitäten werden weiter in Aufgaben (tasks) zerlegt, die aber - nachdem kein konkretes Vorgehensmodell spezifiziert werden soll - weder vollständig noch im Detail ausgeführt werden. Die ISO 12207 enthält auch keine Regelungen bzgl. anzuwendender Methoden oder zu erstellender Produkte. Diese Festlegungen bleiben dem Anwender des Standards vorbehalten.

    Die Abbildung ISO.3 gibt einen Überblick über die in der ISO 12207 geregelten Prozesse: fünf "primary" Prozesse (Acquisition, Supply, Development, Operation, Maintenance), acht "supporting" Prozesse (Documentation, Configuration Management, Quality Assurance, Verification, Validation, Joint Review, Audit, Problem Resolution) und vier "organizational" Prozesse (Management, Infrastructure, Improvement, Training).

    Dabei werden die "organizational" Prozesse von allen "primary" Prozessen angesteuert, die "primary" Prozesse initiieren auch die "supporting" Prozesse, und sie aktivieren sich z. T. auch gegenseitig.

    Abbildung ISO.3
    Abbildung ISO.3: Die Prozesse der ISO 12207

    Die ISO 12207 gliedert den Software-Lebenszyklus anhand von fünf verschiedenen Rollen (genannt: "major parties"), welche in den Lebenszyklus der Software, abhängig vom jeweils aktuellen Prozeß, eingebunden sind. Diese Rollen führen einen Prozeß entweder selbst durch oder aber sind verantwortlich für die Durchführung und initiieren und überwachen den Prozeß.

    Acquirer: Dieser Rolle obliegt der Beschaffungsprozeß ("acquisition process") von der Bedarfsdefinition und Initiierung, Ausschreibung und Vertragsgestaltung über die Kontrolle des Auftragnehmers bis zur Abnahme.

    Supplier: Dieser Rolle obliegt der Lieferprozeß ("supply process") von der Angebotsabgabe und Vertragsunterzeichnung bis zur Auslieferung.

    Developer: Dieser Rolle obliegt der eigentliche Entwicklungsprozeß ("development process") der unter Umständen bereits die System-Anforderungsanalyse beinhaltet und bis zur Installation und Einführung reicht.

    Operator: Dieser Rolle obliegt der Betriebsprozeß ("operation process"), welcher die Überprüfung, Durchführung und Unterstützung des Betriebes umfaßt.

    Maintainer: Dieser Rolle obliegt der Wartungsprozeß ("maintenance process") von der Modifikation über Migration bis zur Ausmusterung.

    ISO.3.2 Abdeckung der Prozesse der ISO 12207 durch das V-Modell


    Previous Next This page online  •  GDPA Online  •  Last Updated 03.Mar.2004 by C. Freericks