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4.36 Methodenkategorie "Schätzmodelle" (SMOD)  

  4.36 Method Category "Estimation Models" (EMOD)

Inhalt  
  • 1 Identifikation/Definition der Methode
  • 2 Kurzcharakteristik der Methode
  • 3 Grenzen des Methodeneinsatzes
  • 4 Detaillierung der Methodenzuordnung
  • 5 Schnittstellen
  • 6 Weiterführende Literatur
  • 7 Funktionale Werkzeuganforderungen
  • 1 Identifikation/Definition der Methode

    Bei SMOD handelt es sich um eine Methodenkategorie; die einzelnen anwendbaren Methoden (Schätzverfahren) werden in Anlage 1 unter Angabe von Auswahlkriterien genauer erläutert. Erst im Rahmen der Operationalisierung wird eine spezifische Methode festgelegt.

    2 Kurzcharakteristik der Methode

    Ziel und Zweck

    Schätzmodelle bilden die Grundlage für eine möglichst objektive und realistische Schätzung von Aufwänden. Das angewandte Verfahren soll eine nachvollziehbare, zuverlässige und genaue Aufwandsschätzung gewährleisten.

    Funktioneller Ablauf

    Die zugrundeliegenden Vorgehensweisen der Schätzverfahren aus der Methodenkategorie SMOD lassen sich wie folgt abstrahiert beschreiben:

    Auf der Basis der Strukturierung des Projektes in überschaubare Teilaufgaben sind die Einflußkriterien für die Aufwandsschätzung zu ermitteln und zu bewerten. Dies betrifft Charakteristiken des Produktes (Systems), des Projektes, des Personals und der Technologie.

    Ausgangspunkt für die Aufwandsschätzung ist der ermittelte, wiederum geschätzte Projektumfang. Dieser wird gemessen in LOC (Lines of Code), Dokumentationsseiten, Anzahl Funktionen und Datenstrukturen, usw. Der geschätzte Projektumfang wird mittels einer Berechnungsvorschrift unter Einbeziehung der Einflußkriterien in Aufwandseinheiten (üblicherweise Mannmonate, aber auch Manntage, -wochen oder -jahre) umgesetzt. Es sind sowohl der Gesamtaufwand (Makroschätzung) als auch die Aufwände für die einzelnen Teilaufgaben (Mikroschätzung), d. h. für die Submodelle SE, QS, KM und PM und weiter für deren Haupt- und Teilaktivitäten, zu ermitteln.

    Unter Berücksichtigung der projekt- und unternehmensspezifischen Gegebenheiten sind aus der Aufwandsschätzung die benötigten Zeit- und Kosteneinheiten abzuleiten.

    Um möglichst realistische Schätzwerte zu erhalten, ist es erforderlich, die erzielten Ist-Werte von Aufwand, Zeit und Kosten gemäß dem Projektfortschritt sukzessive in die Schätzung einzubeziehen und über bereits abgeschlossene und das laufende Projekt eine Erfahrungsdatenbank aufzubauen. In der Erfahrungsdatenbank müssen neben den Schätzwerten und den tatsächlichen Ist-Werten die Randbedingungen und Einflußkriterien für die Schätzung sowie für eine evtl. Abweichung in verwertbarer Form gespeichert werden.

    3 Grenzen des Methodeneinsatzes

    Prinzipiell existiert zur Unterstützung der Aufwandsschätzung eine große Anzahl von Methoden. Die Auswahl einer dieser Methoden und deren Standardisierung birgt jedoch vielfältige Probleme in sich:

    4 Detaillierung der Methodenzuordnung

    Nr. Aktivität Beschreibung
    4.1 PM1.5 - Grobplan erstellen Die Methode SMOD wird in Aktivität PM1.5 verwendet, um eine Grobschätzung der Aufwände durchzuführen.

    Die Anwendung der Methode SMOD deckt aus Sicht der Planungsaktivität PM 1.5 das Teilprodukt "Aufwände (Soll und Ist) für SE-/QS-/KM-/PM-Aktivitäten" ab, dieses wird jedoch im Laufe des Projektes durch eine Soll/Ist-Gegenüberstellung ergänzt.

    4.1 PM4 - Feinplanung Wenn aufgrund des Projektfortschritts oder der Detailschätzung mit einer Abweichung von der Grobplanung zu rechnen ist, muß mit Hilfe der Methode SMOD die Grobschätzung (vgl. 4.1) erneut durchgeführt werden.

    Bezüglich des Abdeckungsgrades gelten in diesem Fall die Aussagen unter 4.1.

    Beim Einsatz der Methode SMOD im Rahmen der Feinplanung sind die in der Grobplanung ermittelten Schätzwerte der Hauptaktivitäten weiter aufzubrechen. Der Aufwand für jede einzelne Teilaktivität des Projektes, d. h. für jede instantiierte Teilaktivität im Projektaktivitätenplan, muß mit Hilfe des Schätzmodells errechnet und im Projektplan vermerkt werden. Die Abdeckung des Teilproduktes "Soll-Werte" wird nur durch eine gemeinsame Anwendung mit den Methoden NPT oder BALK erreicht. Die Methoden NPT bzw. BALK verwerten dabei die Ergebnisse der Methode SMOD und setzen diese in eine grafische Darstellung um.

    5 Schnittstellen

    - entfällt -

    6 Weiterführende Literatur

    /Boehm, 1981/ Software Engineering Economics
    /Busch, 1972/ Delphi-Methode
    /Noth, 1984/ Aufwandschätzung von DV-Projekten Darstellung und Praxisvergleich der wichtigsten Verfahren
    /Putnam, 1980/ Software Cost Estimating and Life-Cycle-Control (Tutorial)
    /Reifer, 1989/ Economics of Ada: Estimation and Control
    /Tumm, 1972/ Die neuen Methoden der Entscheidungsfindung

    7 Funktionale Werkzeuganforderungen

    SPM05 - Supporting Cost Estimation

    Previous Next This page online  •  GDPA Online  •  Last Updated 08.Oct.2002 by C. Freericks