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4.26 Elementarmethode "Netzplan-Technik" (NPT)  

  4.26 Elementary Method "Network Planning Technique" (NPT)

Inhalt  
  • 1 Identifikation/Definition der Methode
  • 2 Kurzcharakteristik der Methode
  • 3 Grenzen des Methodeneinsatzes
  • 4 Detaillierung der Methodenzuordnung
  • 5 Schnittstellen
  • 6 Weiterführende Literatur
  • 7 Funktionale Werkzeuganforderungen
  • 1 Identifikation/Definition der Methode

    /Berg, 1973/ S. 15-40: Einführung; S. 41-62: Netzplan-Modell

    Folgende Eingrenzung der Definition von /Berg, 1973/ muß für den V-Modell-Einsatz vorgenommen werden: Die Stufen Informationsbeschaffung und Projektstrukturplanung der Strukturanalyse sind bereits abgeschlossen und somit hier im Rahmen der NPT nicht mehr durchzuführen.

    2 Kurzcharakteristik der Methode

    Objective and Purpose

    Ziel und Zweck Die Netzplan-Technik (NPT) ist ein auf der Graphentheorie basierendes Verfahren zur Analyse, Beschreibung, Strukturierung, Planung, Kontrolle und Steuerung von Projekten und Abläufen, wobei Zeit, Kosten, Einsatzmittel und weitere Einflußgrößen berücksichtigt werden können. Darstellungsmittel

    Darstellungsmittel

    Darstellungselemente im Netzplan (gerichteter Graph) sind Pfeile (gerichtete Kanten) und Kreise oder Rechtecke (Knoten); mit ihnen werden Ereignisse, Vorgänge und Anordnungsbeziehungen dargestellt.

    Mögliche Varianten der NPT in der Darstellung:

    Funktioneller Ablauf

    Bei Anwendung der Netzplan-Technik werden Struktur- und Zeitüberlegungen konsequent voneinander getrennt. In der Strukturanalyse (1. Schritt) werden die wesentlichen Vorgänge ermittelt und grafisch deren logische Beziehungen festgehalten. In der Zeitanalyse (2. Schritt) werden die Zeitdauern der einzelnen Vorgänge ermittelt (i. a. geschätzt) und auf dieser Basis die frühestmöglichen und spätesterlaubten Anfangs- und Endezeitpunkte, der kritische Weg und die Pufferzeiten errechnet. Bei der umfassenden Anwendung der Netzplan-Technik sind daraufhin Kosten- und Einsatzmittelanalyse möglich.

    Varianten der Netzplan-Technik in der Determiniertheit:

    Die Tendenz geht heute immer mehr in Richtung VKN, wogegen früher der VPN dominierte.

    3 Grenzen des Methodeneinsatzes

    Für den Einsatz der Netzplan-Technik in einem Projekt ist grundsätzlich die Unterstützung durch ein entsprechendes Werkzeug zu fordern. Von einer manuellen Handhabung muß generell abgeraten werden. Aufgrund des hohen Aufwandes der Erstellung und Aktualisierung ist der Einsatz von Netzplänen nur sinnvoll, wenn sehr komplizierte Anordnungsbeziehungen und logische Abhängigkeiten umgesetzt werden müssen. In den meisten Fällen ist die Anwendung der Methode BALK ausreichend.

    4 Detaillierung der Methodenzuordnung

    Nr. Aktivität Beschreibung
    4.1 PM1.5
    Grobplan erstellen
    Die im projektspezifischen V-Modell genannten Hauptaktivitäten und die im Produktstrukturplan genannten Funktionseinheiten sind einander zuzuordnen. Die daraus gewonnene Vorgangsliste enthält damit konkrete, objektbezogene Aktivitätenbezeichnungen. Da der Produktstrukturplan in Aktivität PM 1.5 noch nicht weit fortgeschritten ist, werden die Objektangaben meist mit einer SW-/HW-Einheit enden. Im Laufe der Feinplanung können dann SW-Komponenten oder SW-Module genannt werden.

    In der Liste sind für jeden Vorgang die Vorgänger- und Nachfolgerbeziehungen zu dokumentieren. Aus diesen Angaben ist dann der Netzplan in einer ersten Ausprägung (Angabe der logischen Abhängigkeiten, keine Zeitangaben) abzuleiten. Die Anwendung der Methode NPT in Aktivität PM 1.5 läßt sich als grobe Strukturanalyse umschreiben.

    Das Teilprodukt Projektplan.Ablauforganisation wird durch die Methode NPT in Aktivität PM 1.5 (d. h. aus grobplanerischer Sicht) abgedeckt.

    4.2 PM4
    Feinplanung
    1. Structural Analysis in Activity PM4 - Feinplanung

      Die in Aktivität PM 1.5 gewonnene Vorgangsliste ist hier weiter zu detaillieren. Die Aktivitäten sind mit ihren Bezugsobjekten aus dem Produktstrukturplan anzugeben.

      Analog zu Aktivität PM 1.5 sind auch hier die Vorgänger- und Nachfolgerbeziehungen der instantiierten Teilaktivitäten als Netzplan zu dokumentieren.

      Das Teilprodukt Projektplan.Ablauforganisation wird durch die Methode NPT in Aktivität PM 4 (d. h. aus feinplanerischer Sicht) abgedeckt.

    2. Time Analysis in PM4 - Feinplanung

      Für die Zeitanalyse gelten als Richtwerte der Projektstarttermin und vorliegende Ist-Werte für die Vorwärtsrechnung, der Projektendetermin und Zwischenabgabetermine für die Rückwärtsrechnung.

      Mit Hilfe der beiden Berechnungsarten und unter Zugrundelegung der Aufwandsschätzwerte werden für die Vorgänge des Netzplans die frühestmöglichen bzw. spätesterlaubten Anfangs- und Endetermine ausgewiesen.

      Das Teilprodukt Projektplan.Soll-Werte wird durch die Methode NPT zusammen mit der Methode SMOD abgedeckt.

    4.3 PM7
    Risikomanagement
    Der Ermittlung des kritischen Pfades, d. h. der Folge von Arbeitspaketen ohne Pufferzeiten, folgt im Risikomanagement die Suche und Analyse von Möglichkeiten zur Entschärfung der Situation. Mit sinnvollen Alternativen wird der Netzplan neu berechnet und der kritische Pfad erneut auf seine Risiken untersucht.

    Im Risikomanagement wird ebenfalls versucht (unterstützt durch mathematische Optimierungsmodelle des Operations Research (OR)) eine gleichmäßige Personal- und Ressourcenauslastung über den Projektverlauf hinweg zu erhalten oder die Projektdauer zu verkürzen.

    Die Ergebnisse der Pfad-Analyse und der Optimierung werden in Berichtsdokumenten festgehalten, weshalb von einer Abdeckung der Produkte nicht gesprochen werden kann; die Aktivität Risikomanagement wird durch die beiden Methoden FMEA und NPT abgedeckt. Die Methode FMEA dient dabei der inhaltlichen Ermittlung, die Methode NPT der rechnerischen Ermittlung von Risiken.

    4.4 PM8
    Projektkontrolle und -steuerung
    Im Rahmen der "Projektkontrolle und -steuerung" wird die Methode NPT für eine Plan/Ist-Kontrolle der Aufwände und Termine angewandt. Der tatsächlich verbrauchte Aufwand und der eingetretene Termin werden in den Netzplan eingetragen. Bei der Soll/Ist-Kontrolle werden der für den aktuellen Zeitpunkt geplante Projektstand durch eine Datumslinie gekennzeichnet und die tatsächlich abgeschlossenen Arbeitspakete entsprechend markiert.

    Das Ergebnis wird in Berichtsdokumenten festgehalten, weshalb hier von einer Abdeckung des Produktes nicht gesprochen werden kann. Die Aktivität PM 8 wird insgesamt abgedeckt durch die ergänzende Anwendung der Methoden EVV und TRDA, die jeweils Aussagen zum Soll/Ist-Stand unter verschiedenen Aspekten ermöglichen. Die Methode NPT liefert dabei die Information, wie sich die Ist-Situation des Projektes gegenüber den geplanten Aufwänden und Terminen verhält.

    4.5 SE2.6
    System-Integration spezifizieren

    SE4.3 - SW-Integration spezifizieren

    Für die Anwendung der Methode NPT im Rahmen der SE-Aktivitäten "System-" bzw. "SW-Integration spezifizieren" ist eine Struktur- und Zeitanalyse durchzuführen (vgl. 4.1 und 4.2). Das Teilprodukt Integrationsplan.Integrations-Netzplan wird durch die Methode NPT abgedeckt.
    4.6 QS1.2
    Prüfplan erstellen
    Die Anwendung der Methode NPT umfaßt hier eine Struktur- und Zeitanalyse (vgl. 4.1 und 4.2); eine vollständige Abdeckung des Teilprodukts Prüfplan.Zeitplan ist damit gewährleistet.

    5 Schnittstellen

    Nr. Schnittstellen Bemerkung Information (Anhang 1)
    5.1 NPT-BALK Die im Rahmen der Strukturanalyse der Methode NPT für die Vorgangsliste erarbeiteten Ergebnisse werden als Ausgangsbasis für einen Balkenplan herangezogen.

    Bei der Umsetzung des Balkenplans in ein Gerüst für den Netzplan werden im Rahmen der Zeitanalyse Inhalt und Gegenstand der Arbeitspakete, Aufwand und Dauer sowie Beginn- und Endetermine der Arbeitspakete, Zuordnung der Arbeitspakete auf Projekte, Personen, usw. übernommen.

    Bei der Umsetzung des Netzplans in einen Balkenplan werden im Rahmen der Zeitanalyse Inhalt und Gegenstand der Arbeitspakete, Aufwand, Dauer sowie Beginn- und Endetermine der Arbeitspakete übernommen.

    4.2 Schnittstelle BAR-NPT

    6 Weiterführende Literatur

    /Berg, 1973/ Netzplantechnik - Grundlagen - Methoden - Praxis
    /DIN 69900.1, 1987/ DIN 69900 Teil 1: Netzplantechnik Begriffe
    /DIN 69900.2, 1987/ DIN 69900 Teil 2: Netzplantechnik Darstellungstechnik
    /Gewald, 1972/ Netzplantechnik - Methoden zur Planung und Überwachung von Projekten, Band 2: Kapazitätsoptimierung
    /Gewald, 1974/ Netzplantechnik - Methoden zur Planung und Überwachung von Projekten, Band 3: Kosten- und Finanzplanung
    /Thumb, 1975/ Grundlagen und Praxis der Netzplantechnik, Band 1 und 2
    /Voigt, 71/ Fünf Wege der Netzplantechnik
    /Wille, 1972/ Netzplantechnik - Methoden zur Planung und Überwachung von Projekten

    7 Funktionale Werkzeuganforderungen

    LPM04 - Planung des Projektablaufs unterstützen

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