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4.31 Elementarmethode "Prozeßdiagramme" (PRODIAG)  

  4.31 Elementary Method "Process Diagrams" (PRODIAG)

Inhalt  
  • 1 Identifikation/Definition der Methode
  • 2 Kurzcharakteristik der Methode
  • 3 Grenzen des Methodeneinsatzes
  • 4 Detaillierung der Methodenzuordnung
  • 5 Schnittstellen
  • 6 Weiterführende Literatur
  • 7 Funktionale Werkzeuganforderungen
  • Verknüpfungen mit der V-Modell Mailingliste
  • 1 Identifikation/Definition der Methode

    /Booch, 1994/ Object-Oriented Analysis and Design with Applications

    2 Kurzcharakteristik der Methode

    Ziel und Zweck

    Die Methode dient zur objektorientierten Systementwicklung. Zielsetzung ist es, die physische Zusammenstellung der Prozessoren und der externen Geräte anzuzeigen, die als Plattform für die Ausführung des Systems dienen. Zusätzlich sind die auf den Prozessoren ablaufenden Prozesse festzulegen. Prozesse können für aktive Objekte, die bei der Klassen-/Objektmodellierung (KOM) identifiziert wurden und einen eigenen Steuerfluß haben, und für benötigte Hauptprogramme definiert werden.

    Darstellungsmittel

    Die Methode wurde von Grady Booch definiert und ist Bestandteil der komplexen Methode "Object-Oriented Analysis and Design (OOAD)" /Booch, 1994/.

    Die Prozeßarchitektur eines Systems kann in Prozeßdiagrammen graphisch dargestellt werden. Mit dem Prozessorsymbol sind Hardwareeinheiten zu repräsentieren, die Programme ausführen können. Jeder Prozessor ist durch einen Namen zu identifizieren. Prozessorsymbole können um eine Liste von Prozeßnamen ergänzt werden. Als Geräte sind Hardwareeinheiten darzustellen, die selbst keine Programme ausführen können. Wie bei Prozessoren sind für Geräte Namen notwendig. Über Verbindungen sind physische Kommunikationsverbindungen, wie beispielsweise Ethernet-Verbindungen oder Pfade zu einem gemeinsamen Speicher, darzustellen. Optional kann jede Verbindung mit einer Beschriftung versehen werden, die die Art der Verbindung anzeigt. Detailinformationen zu Prozessoren, Geräten, Verbindungen oder Prozessen können in ergänzenden Beschreibungen in Textform abgelegt werden.

    Die von Booch definierten Konzepte der Prozeßdiagramme sind in die Unified Modeling Language (UML) /Booch, 1997/ eingeflossen. Die dort definierten "Deployment Diagrams" sind als vergleichbares Darstellungsmittel anzusehen.

    Funktioneller Ablauf

    Die Erstellung der Prozeßarchitektur ist während des Entwurfs durchzuführen, wenn die Beziehungen zwischen den Klassen und Objekten implementierungstechnisch sowohl aus logischer als auch aus physischer Sicht spezifiziert werden. Sie ist in Anlehnung an die Vorgehensweise der verwendeten komplexen Softwareentwicklungsmethode in unmittelbarer Abstimmung mit der Klassen-/Objektmodellierung (Methode KOM) und der Moduldefinition (Methode MODIAG) zu erzeugen.

    Bei der Booch-Methode wird die Prozeßarchitektur während des Entwurfs in iterativen Durchläufen erzeugt. Bei jedem Durchlauf können Ergänzungen, Veränderungen oder Detaillierungen vorgenommen werden.

    3 Grenzen des Methodeneinsatzes

    - entfällt -

    4 Detaillierung der Methodenzuordnung

    Nr. Aktivität Beschreibung
    4.1 SE1.1 - Ist-Aufnahme/-Analyse durchführen Mit Hilfe der Methode kann die Ausführungsplattform des Altsystems, d. h. die verwendeten Prozessoren und externen Geräte, und die existierende Prozeßstruktur erfaßt werden. Die Methode deckt im Produkt "Anwenderforderungen" das Teilprodukt "Ist-Aufnahme und Ist-Analyse" aus Sicht von Prozessoren und externen Geräte sowie der Prozeßstruktur ab.
    4.2 SE1.2 - Anwendungssystem beschreiben Mit Hilfe der Methode können für den Gesamthorizont des Systems Vorgaben bzw. erste Ansätze für die Ausführungsplattform spezifiziert werden.

    Die Methode deckt im Produkt "Anwenderforderungen" das Teilprodukt "Grobe Systembeschreibung" aus Sicht von Prozessoren und externen Geräten ab.

    4.3 SE1.4 - Randbedingungen definieren Mit Hilfe der Methode können technische oder organisatorische Randbedingungen für die Ausführungsplattform des Systems spezifiziert werden.

    Die Methode deckt im Produkt "Anwenderforderungen" das Teilprodukt "Randbedingungen" aus Sicht von Prozessoren und externen Geräten ab.

    4.4 SE2.1 - System technisch entwerfen Mit Hilfe der Methode können technische oder organisatorische Randbedingungen für die Ausführungsplattform des Systems spezifiziert werden.

    Die Methode deckt im Produkt "Technische Anforderungen" für das System das Teilprodukt "Gesamtfunktion des Elements" aus Sicht von Prozessoren und externen Geräten ab. Im Produkt "Systemarchitektur" können im Teilprodukt "Technischer Aufbau des Systems" Informationen zur Ausführungsplattform ergänzt werden.

    4.5 SE3.5 - Anforderungen an Entwicklungs- und SWPÄ-Umgebung definieren Mit Hilfe der Methoden können Anforderungen an die Ausführungsplattformen der Entwicklungs- und SWPÄ-Umgebung definiert werden.

    Die Methode deckt im Produkt "Technische Anforderungen" das Teilprodukt "Technische Anforderungen an die Entwicklungs- und SWPÄ-Umgebung" aus Sicht der Ausführungsplattformen ab.

    4.6 SE4.1 - SW-Architektur entwerfen Die Methode PRODIAG kann für den Prozeßentwurf eingesetzt werden. In den Prozeßdiagrammen kann die Ausführungsplattform spezifiziert und eine Übersicht über die Prozesse gegeben werden. Detailinformationen zu Unterbrechungen, Kommunikationsmechanismen, Synchronisationsmechanismen, Prozessoren oder zum Scheduling können in ergänzenden Beschreibungen abgelegt werden.

    Die Methode deckt im Produkt "SW-Architektur" die Teilprodukte "Lösungsvorschläge" und "Modularisierung/Datenbankentwurf" aus Sicht von Prozessoren, externen Geräten und Prozessen ab.

    5 Schnittstellen

    Nr. Schnittstellen Bemerkung Information (Anhang 1)
    5.1 PRODIAG-KOM Die bei der Methode KOM definierten aktiven Objekte, die einen eigenen Steuerfluß haben, können in der Methode PRODIAG als eigenständige Prozesse modelliert werden  
    5.2 PRODIAG-MODIAG Für jeden in der Methode PRODIAG definierten Prozeß muß in der Methode MODIAG ein eigenes Hauptprogramm festgelegt werden.  

    6 Weiterführende Literatur

    /Booch, 1997/ Unified Modeling Language, Version 1.0

    7 Funktionale Werkzeuganforderungen

    SSD25 - Supporting Process Diagrams

    Verknüpfungen mit der V-Modell Mailingliste

    Mail 0200 - Re: Methodenzuordnung fuer UML (200)

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