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4.44 Elementarmethode "White-box-Testfallentwurf" (WBTE)  

  4.44 Elementary Method "White Box Test Case Design" (WBTD)

Inhalt  
  • 1 Identifikation/Definition der Methode
  • 2 Kurzcharakteristik der Methode
  • 3 Grenzen des Methodeneinsatzes
  • 4 Detaillierung der Methodenzuordnung
  • 5 Schnittstellen
  • 6 Weiterführende Literatur
  • 7 Funktionale Werkzeuganforderungen
  • Verknüpfungen mit der V-Modell Mailingliste
  • 1 Identifikation/Definition der Methode

    /Myers, 1991/ Kapitel 2, S. 8-9; Kapitel 4, S. 36-44

    2 Kurzcharakteristik der Methode

    Ziel und Zweck

    Ziel des "White-box-Testfallentwurfs" (WBTE) ist das Finden von Fehlern durch ablauforientierte Testfälle.

    Funktioneller Ablauf

    Whitebox-Testen ist eine Teststrategie, die die interne Struktur des Prüfgegenstandes untersucht, um aufgrund der Programmlogik ablauforientierte Testfälle zu bestimmen, wobei jedoch die Spezifikationen zu berücksichtigen sind. Beim Testfallentwurf wird der Anteil des Prüfgegenstandes betrachtet, der durch die Testfälle angesprochen wird. Betrachtungsgegenstand können beispielsweise Pfade, Anweisungen, Zweige und Bedingungen sein. Die Testfälle werden so ausgewählt, daß sie jeweils den angesprochenen Anteil des Prüfgegenstandes erhöhen.

    Die folgenden Whitebox-Testfallentwurfsmethoden lassen sich unterscheiden:

  • Pfadabdeckung
  • Anweisungsabdeckung
  • Zweigabdeckung
  • Bedingungsabdeckung
  • Zweig-/Bedingungsabdeckung
  • Abdeckung aller Mehrfachbedingungen
    1. Pfadabdeckung

      Ziel und Zweck
      Ziel der Pfadabdeckung ist es, Testfälle zu identifizieren, die eine geforderte Mindestanzahl von Pfaden im Prüfgegenstand zur Ausführung bringen. Die Ausführung aller Pfade ist gewöhnlich nicht durchführbar.

      Funktioneller Ablauf
      Unter Berücksichtigung der Spezifikation werden die zu durchlaufenden Pfade bestimmt und entsprechende Testfälle bestimmt.

    2. Anweisungsabdeckung

      Ziel und Zweck
      Ziel der Anweisungsabdeckung ist es, Testfälle zu identifizieren, die eine geforderte Mindestanzahl von Anweisungen im Prüfgegenstand zur Ausführung bringen.

      Funktioneller Ablauf
      Unter Berücksichtigung der Spezifikation werden Anweisungen identifiziert und entsprechende Testfälle definiert. Je nach gefordertem Abdeckungsgrad sind alle Anweisungen oder eine bestimmte Anzahl für die Testfallbestimmung heranzuziehen.

    3. Zweigabdeckung

      Ziel und Zweck
      Ziel der Zweigabdeckung ist es, Testfälle zu identifizieren, die eine geforderte Mindestanzahl von Zweigen mindestens einmal im Prüfgegenstand zur Ausführung bringen.

      Funktioneller Ablauf
      Unter Berücksichtigung der Spezifikation sind auf analytischem Wege hinreichend viele Testfälle zu entwerfen, so daß bei jeder Entscheidung sowohl der THEN-Zweig als auch der ELSE-Zweig mindestens einmal durchlaufen wird. D. h. in jeder Entscheidung muß der Ausgang für die erfüllte Bedingung und der Ausgang für die nicht erfüllte Bedingung benutzt und jeder Eingang mindestens einmal angesprochen werden. Bei Mehrfachentscheidungen ergibt sich zusätzlich die Forderung, jeden möglichen Ausgang wenigstens einmal zu testen und jeden Eingang wenigstens einmal anzusprechen.

    4. Bedingungsabdeckung

      Ziel und Zweck
      Ziel der Bedingungsabdeckung ist es, Testfälle zu identifizieren, die eine geforderte Mindestanzahl von Bedingungen im Prüfgegenstand zur Ausführung bringen.

      Funktioneller Ablauf
      Unter Berücksichtigung der Spezifikation werden Bedingungen identifiziert und entsprechende Testfälle definiert. Die Testfälle werden anhand von Pfadablaufanalysen ermittelt.

    5. Zweig-/Bedingungsabdeckung

      Ziel und Zweck
      Ziel der Zweig-/Bedingungsabdeckung ist es, Testfälle zu identifizieren, die eine geforderte Mindestanzahl von Zweigen und Bedingungen im Prüfgegenstand zur Ausführung bringen.

      Funktioneller Ablauf
      Unter Berücksichtigung der Spezifikation werden Zweige und Bedingungen identifiziert und entsprechende Testfälle definiert.

    6. Abdeckung aller Mehrfachbedingungen

      Ziel und Zweck
      Ziel der Abdeckung aller Mehrfachbedingungen ist es, Testfälle zu identifizieren, die eine geforderte Mindestanzahl aller möglichen Kombinationen der Bedingungen einer Entscheidung im Prüfgegenstand zur Ausführung bringen.

      Funktioneller Ablauf
      Unter Berücksichtigung der Spezifikation werden Kombinationen der Bedingungen der Entscheidungen identifiziert und entsprechende Testfälle definiert. Bei der Definition der Testfälle ist darauf zu achten, daß alle Eingänge wenigstens einmal angesprochen werden.

    3 Grenzen des Methodeneinsatzes

    Die Methode White-box-Testfallentwurf ist nur dann sinnvoll anwendbar, wenn eine Werkzeugunterstützung zur Abdeckungsmessung zur Verfügung steht.

    4 Detaillierung der Methodenzuordnung

    Nr. Aktivität Beschreibung
    4.1 QS2.3 - Prüffälle festlegen Mittels der Methode WBTE werden Testfälle für die folgenden Prüfgegenstände festgelegt:
  • SW-Modul
  • Datenbank
  • SW-Komponente
  • Das Teilprodukt "Prüffallbeschreibung" wird nur durch die ergänzende Anwendung der Methode BBTE vollständig abgedeckt.

    5 Schnittstellen

    - entfällt -

    6 Weiterführende Literatur

    /Myers, 1991/ Methodisches Testen von Programmen
    /Redwine, 1983/ An Engineering Approach to Software Test Case Design
    /Sneed, 1988/ Software-Qualitätssicherung
    /Wallmüller, 1990/ Software-Qualitätssicherung

    7 Funktionale Werkzeuganforderungen

    SQA14 - Generation of Test Cases

    Verknüpfungen mit der V-Modell Mailingliste

    Mail 0653 - QS-Plan: Fragen zu Festlegung der Kritikalität, Vererbung, Infizierung und zughörigen Dokumenten (653)

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