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2 Einführung in die Methodenzuordnung  

  2. Introduction to the Methods Allocation

Inhalt  
  • 2 Einführung in die Methodenzuordnung
  • 2.1 Begriffsbestimmungen
  • 2.2 Struktur der Methodenzuordnung
  • 2.3 Methodenübersicht
  • 2 Introduction to the Methods Allocation

    Die Methodenzuordnung kann und soll kein Methodenlehrbuch sein. Die Beschreibung der Methoden ist deshalb möglichst knapp gehalten. Für ausführliche Beschreibungen wird jeweils auf die entsprechenden Definitionen und Beispiele in der Literatur verwiesen.

    Eine Methode kommt oft in unterschiedlichen, herstellerspezifischen Ausprägungen in verschiedenen Werkzeugen zum Einsatz. Da die Methodenzuordnung nicht die Verwendung bestimmter Werkzeuge vorgeben soll, müssen werkzeugneutrale Festlegungen getroffen werden. Dies impliziert, daß die Methodenzuordnung sich auf die inhaltliche Substanz der Methoden beschränkt und keine Regelungen hinsichtlich der Notation (Symbole) innerhalb der zu erstellenden Diagramme und der präzisen Syntax von textuellen Spezifikationen usw. trifft.

    Notationen werden im Rahmen der Operationalisierung festgelegt.

    Die Methodenzuordnung trifft keine Regelungen bei Aktivitäten, für die im V-Modell bewußt eine Flexibilität hinsichtlich des Ablaufs vorgesehen ist. Dies trifft beispielsweise zu für die Integrationsaktivitäten SE 7-SW und SE 8. Hier "fehlt" die Zuordnung von Methoden, um die vorhandene Flexibilität nicht unnötig zu beschneiden

    In den folgenden Abschnitten wird erläutert, auf welchem Begriffsverständnis die Methodenzuordnung aufsetzt und welche Struktur und Beschreibungsformen für die Methodenfestlegungen verwendet werden.

    2.1 Begriffsbestimmungen

    Die folgenden Begriffsbestimmungen bilden die Basis zur Beschreibung, Zuordnung und Abgrenzung der Methoden der Methodenzuordnung.

    2.1.1 Methoden

    Methoden sind durch folgende Charakteristika gekennzeichnet: Dabei kann bei einzelnen Methoden mehr die Vorgehensweise, bei anderen Methoden mehr die Darstellungsform im Vordergrund stehen (z. B. spielen bei QS-Methoden die Darstellungsmittel eine untergeordnete Rolle, der funktionelle Ablauf bildet den Kern der Methode; bei PM-Methoden wie "Balkenplan", "Organigramm", usw. ist es genau umgekehrt).

    Da sich Methoden durch unterschiedliche Komplexität und Mächtigkeit auszeichnen, ist eine Unterscheidung in komplexe Methoden (auch: kombinierte Methoden; Methodenbündel) und in elementare Methoden (auch: Basis-Methoden) sinnvoll und wird nachfolgend präzisiert

    2.1.2 Komplexe Methoden

    Als komplexe Methoden werden solche Vorgehensweisen bezeichnet, die verschiedene methodische Komponenten beinhalten und diese in einer Gesamtmethode integrieren. Die methodischen Komponenten als Bestandteile der komplexen Methoden sind nicht automatisch identisch mit den Elementarmethoden, wie sie in der Methodenzuordnung definiert und verwendet werden. Dies bedeutet beispielsweise, daß für eine Komponente "Informationsmodellierung" aus einer komplexen Methode erst geprüft werden muß, ob sie mit den inhaltlichen Festlegungen der Elementarmethode "E/R-Modellierung" übereinstimmt. Im Idealfall beziehen sich beide auf dieselbe Definitionsquelle, so daß die Äquivalenz von Elementarmethode und methodischen Komponenten unschwer zu ermitteln ist

    Komplexe Methoden decken in der Regel mehrere Sichten des Systems (z. B. funktionale Sicht, datenorientierte Sicht, etc; siehe hierzu auch Abbildung 1.1) sowie mehrere Aktivitäten der Entwicklung (z. B. Analyse, Grobentwurf, usw.) ab.

    Beispiele für komplexe Methoden: SA, IEM.

    Komplexe Methoden sind als Ganzes nicht Bestandteil des Hauptteils der Methodenzuordnung. Sie werden in Anlage 2 behandelt.

    2.1.3 Elementarmethoden

    Als Elementarmethoden werden die methodischen Vorgehensweisen bezeichnet, die eine spezifische, abgegrenzte Sicht des Systems (z. B. funktionale Sicht, datenorientierte Sicht, usw.) und/oder einen bestimmten Ausschnitt der Systementwicklung (z. B. Analyse, Grobentwurf, usw.) oder der begleitenden Tätigkeiten (PM, KM, QS) beschreiben.

    Hierbei ist es unerheblich, ob eine Elementarmethode mehrere Schritte beinhaltet und dabei gegebenenfalls mehrere (Teil-) Ergebnisse erzeugt (Beispiel: Datenfluß-Modellierung), oder ob die Elementarmethode genau ein Ergebnis erzeugt (Beispiel: Entscheidungstabellentechnik).

    Beispiele für Elementarmethoden: E/R-Modellierung, Zustandsübergangsmodellierung.

    Elementarmethoden werden in der Methodenzuordnung einzelnen V-Modell-Aktivitäten und (Teil-) Produkten zugeordnet (siehe Abbildung 2.1).

    Abbildung  2.1
    Abbildung 2.1: Zuordnung von Methoden zum V-Modell

    Bei Einsatz einer komplexen Methode muß im Rahmen der Operationalisierung dargestellt werden, daß die methodischen Komponenten der komplexen Methode den Forderungen der in der Methodenzuordnung beschriebenen Elementarmethoden genügen. Hierfür sind die drei in Abschnitt 1.3 beschriebenen Schritte durchzuführen

    2.1.4 Methodenkategorien

    Unter dem Begriff Methodenkategorie werden solche Elementarmethoden zusammengefaßt, die für eine bestimmte gemeinsame Aufgaben- oder Problemklasse unterschiedliche methodische Ansätze zur Lösung verwenden. In Abschnitt 4 werden hierzu die gemeinsamen Charakteristika dieser Elementarmethoden formuliert. Die einzelnen in Frage kommenden Methoden einerjeden Kategorie werden in Anlage 1 näher beschrieben

    Beispiele für Methodenkategorien: Designverifikation, Schätzmodelle, Zuverlässigkeitsmodelle.

    Die Festlegung einer Methodenkategorie in der Methodenzuordnung bedeutet, daß die Anwendung einer Methode aus dieser Methodenkategorie verlangt wird.

    2.1.5 Methodenschnittstellen

    Beim Einsatz mehrerer Elementarmethoden im Entwicklungsgang können Bezugspunkte in folgender Form auftreten: Diese Bezugspunkte werden als Methodenschnittstellen bezeichnet.

    Beispiele für Methodenschnittstellen: Schnittstelle Datenfluß-Modellierung - E/R-Modellierung, Schnittstelle Kontrollfluß-Modellierung - Zustandsübergangsmodellierung.

    Eine Kurzcharakterisierung der Methodenschnittstellen ist Bestandteil der Methodenbeschreibung in Abschnitt 4. In Anlage 1 werden die einzelnen Schnittstellen ausführlich beschrieben

    2.2 Struktur der Methodenzuordnung

    Die Grundelemente der Methodenzuordnung sind die Zuordnungstabellen von Elementarmethoden zu (Teil-) Aktivitäten und (Teil-) Produkten des V-Modells sowie die Beschreibungen der einzelnen Elementarmethoden.

    2.2.1 Zuordnungstabellen

    Abschnitt 3 der Methodenzuordnung enthält die Zuordnungstabellen nach den vier Submodellen gegliedert.

    Die Zuordnungstabellen zeigen für jede Haupt- bzw. Teilaktivität des V-Modells, die nicht weiter hierarchisch zerlegt wird, folgenden Aufbau (siehe Abbildung 2.2):

    Abbildung 2.2
    Abbildung 2.2: Methodenzuordnung, Zuordnungstabelle

    Für die Kapitel eines Produkts, das durch die betreffende (Teil-) Aktivität erzeugt wird, ist also angegeben, welche Elementarmethode bei der Erzeugung anzuwenden ist.

    Ist zu einer V-Modell- (Teil-) Aktivität bzw. zu einem V-Modell-Produkt oder -Kapitel kein Eintrag in der Tabelle vorhanden, so besteht über das V-Modell hinaus aus Sicht der Methodenzuordnung kein weiterer Regelungsbedarf.

    Jede Elementarmethode besitzt ein eindeutiges Kürzel, das in den Tabelleneinträgen zur Kennzeichnung verwendet wird. Eine Zusammenfassung aller Kürzel ist in Abschnitt 2.3 angegeben.

    2.2.2 Bedeutung der Fußnoten und Nomenklatur in den Tabellen

    Falls eine angegebene Elementarmethode nur unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden soll, wird in der Zuordnungstabelle darauf in einer Fußnote hingewiesen. Die Fußnotenmarkierung steht dabei hinter der betreffenden Methode.

    Aus dem Text der Fußnote geht die Art der Einschränkung hervor

    Wenn zu einem (Teil-) Kapitel mehrere Elementarmethoden angegeben werden, wird dargestellt, ob es sich hierbei um Alternativen handelt oder ob sich die Vorgehensweisen gegenseitig ergänzen:

    Die Fußnotentexte stehen gesammelt hinter den Zuordnungstabellen in Abschnitt 3.5.

    Ist in der linken Spalte der Tabelle als Eintrag ein langer Querstrich "-", so bedeutet dies, daß sich die methodischen Vorgaben nicht auf ein bestimmtes Produkt, sondern auf die Durchführung der gesamten Aktivität beziehen.

    2.2.3 Beschreibung der Methoden

    In Abschnitt 4 der Methodenzuordnung werden zu jeder in den Zuordnungstabellen angegebenen Methode die folgenden ergänzenden Angaben aufgeführt:
    1. Identifikation/Definition der Methode
      Angabe der verbindlich einzuhaltenden Syntax- und Semantikbeschreibung.
    2. Kurzcharakteristik der Methode
      Angabe von Ziel und Zweck, Darstellungsmitteln und funktionellem Ablauf der Methode.
    3. Grenzen des Methodeneinsatzes
      Kriterien, wann der Methodeneinsatz nicht oder nur eingeschränkt sinnvoll ist oder die Anwendung im Rahmen des V-Modells eingeschränkt wird.
    4. Detaillierung der Methodenzuordnung
      Hier werden diejenigen Sachverhalte angeführt, die bei der Anwendung der Methode an einer bestimmten Stelle des V-Modells relevant sind.
    5. Schnittstellen
      Angabe der zu berücksichtigenden Schnittstellen zu anderen Elementarmethoden.
    6. Weiterführende Literatur

    2.3 Methodenübersicht

    Die folgende Tabelle enthält in alphabetischer Sortierung sämtliche in den Zuordnungstabellen (Abschnitt 3) verwendeten Abkürzungen von Elementarmethoden und Methodenkategorien. Für jede Methode wird ein Verweis auf die zugehörige Methodenbeschreibung in Abschnitt 4 gegeben

    Abbrev. Method Name Reference
    to Method
    Description
    AUD Audit 4.1
    AVK Analyse verdeckter Kanõle 4.2
    BALK Balkenplan 4.3
    BAUM Baumdiagramm 4.4
    BBTE Black-box-Testfallentwurf 4.5
    CRC Class Responsibility Collaboration 4.6
    DFM Datenfluß-Modellierung 4.7
    DIAL Dialog Design Modellierung 4.8
    DNAV Data Navigation Modeling 4.9
    DVER Designverifikation 4.10
    ELH Entity Life History 4.11
    ER E/R-Modellierung 4.12
    ETAB Entscheidungstabellentechnik 4.13
    EVV Earned Value Verfahren 4.14
    EXPM Expertisemodell 4.15
    FKTD Funktionale Dekomposition 4.16
    FMEA Failure Mode Effect Analysis 4.17
    FNET Funktionsnetz-Modellierung 4.18
    FS Formale Spezifikation 4.19
    IAM Interaktionsmodellierung 4.20
    KFM Kontrollfluß-Modellierung 4.21
    KOM Klassen-/Objektmodellierung 4.22
    LOGM Logische DB-Modellierung 4.23
    MODIAG Moduldiagramme 4.24
    NORM Normalisierung 4.25
    NPT Netzplan-Technik 4.26
    NWA Nutzwert-Analyse 4.27
    OBJE Objektentwurfstechnik 4.28
    OGC Organigramm 4.29
    PCODE Pseudocode 4.30
    PRODIAG Prozeßdiagramme 4.31
    PVER Programmverifikation 4.32
    PZIM Prozeßinteraktionsmodellierung 4.33
    REV Review 4.34
    SIMU Simulationsmodelle 4.35
    SMOD Schätzmodelle 4.36
    SSM Subsystemmodellierung 4.37
    STAT Statische Analyse 4.38
    STRD Structured Design 4.39
    SVM Systemverhaltensmodelle 4.40
    T Testen 4.41
    TRDA Trend-Analyse 4.42
    UCM Use-Case-Modellierung 4.43
    WBTE White-box-Testfallentwurf 4.44
    ZUST Zustands Übergangsmodellierung 4.45
    ZUSTO Zustandsmodellierung im objektorientierten Bereich 4.46
    ZUVM Zuverlässigkeitsmodelle 4.47

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