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  BPR Connection between Business Process Reengineering and V-Model

Inhalt  
  • GPO.1 Geschäftsprozesse und IT-Systeme
  • GPO.2 Organisationsentwicklung und "Business Process Reengineering"
  • GPO.3 Systemanforderungsanalyse und Geschäftsprozeßoptimierung
  • GPO.4 Relevante Aktivitäten und Produkte
  • GPO.5 Allgemeines zur GPO
  • GPO.1 Geschäftsprozesse und IT-Systeme

    Die Informationstechnik (IT), die vom Verständnis her alle technischen Mittel zur Verarbeitung oder Übertragung von Informationen umfaßt, kann als die Basisinnovation des ausgehenden Jahrhunderts bezeichnet werden. Information wird in diesem Zusammenhang oft als der grundlegende "Rohstoff" einer postindustriellen Gesellschaft ("Informationsgesellschaft") bezeichnet, in der Informationsverarbeitung und Kommunikationsunterstützung integrierte Bestandteile der Geschäftsprozesse im Rahmen der Leistungserstellung sind. In diesem Sinne dient die IT-Unterstützung der zeit- und sachgerechten Durchführung von Geschäftsprozessen und damit der Verschlankung der Verwaltung und der größtmöglichen Bürgernähe.

    Abbildung GPO 1
    Abbildung GPO.1: Geschäftsprozesse, IT-Systeme und V-Modell

    Geschäftsprozesse sind strategisch umso bedeutender, je mehr sie aus heutiger (und aus künftiger Sicht) zur Wertschöpfung beitragen. Die Bedeutung der Geschäftsprozesse für das Erreichen der Geschäftsziele einer Organisation weist gleichzeitig auch den sie unterstützenden IT-Systemen ihre Wertigkeit im unternehmerischen Kontext zu. Effizienz und Effektivität von Unternehmen und Behörden wird daher unmittelbar durch den zielgerichteten Einsatz von IT beeinflußt, zumal sich aus den Geschäftsprozessen Anforderungen an die unterstützenden IT-Systeme ableiten lassen.

    Erstellung und Beschaffung der IT-Systeme zur optimalen Unterstützung der Abwicklung von Geschäftsprozessen ist insofern ein wichtiger kritischer Erfolgsfaktor, dem das Informationsmanagement in der Leitungsebene von Unternehmen und Behörden als Bestandteil einer übergeordneten Unternehmens- bzw. Behördenstrategie besondere Aufmerksamkeit schenken sollte. Die technische Abwicklung der Erstellung und Beschaffung der notwendigen IT-Systeme wird durch das V-Modell geregelt.

    GPO.2 Organisationsentwicklung und "Business Process Reengineering"

    Bei den Vorgehensweisen zur Optimierung von Geschäftsprozessen lassen sich prinzipiell zwei extreme Ansätze unterscheiden, die sich als "Endpunkte eines ganzen Kontinuums" von möglichen Zwischenformen gegenüberstehen: Bei der Organisationsentwicklung handelt es sich um inkrementelle Verbesserungen von Geschäftsprozessen, wobei diese verbesserten Prozesse mit moderner IT zu unterstützen sind. Im Vordergrund des Ansatzes steht die Grundfrage: Was kann besser gemacht werden? Die vorhandenen Geschäftsprozesse werden prinzipiell akzeptiert. Es wird nur nach Wegen zur Verbesserungen der vorhandenen Prozesse gesucht. Zwar werden einzelne Systembausteine verändert, radikale Änderungen und Brüche werden dabei jedoch vermieden.

    BPR 2
    Abbildung GPO 2: Organisationsentwicklung vs. "Business Process Reengineering"

    Demgegenüber setzt sich BPR das Ziel, die vorhandenen Prozesse radikal zu ändern. Die Ausgangsfrage lautet hier: Was kann anders gemacht werden? Vorhandene Prozesse werden prinzipiell in Frage gestellt. Es wird grundlegend nach neuen Ansätzen für Geschäftsprozesse gesucht. Das System als ganzes wird dramatisch geändert, um Verbesserungen in signifikanter Größenordnung zu erreichen. Für die IT bedeutet dies, schließlich völlig andere Prozesse als bisher unterstützen zu müssen.

    Zwischen beiden Extrempunkten liegt der Bereich, in dem gemäß herkömmlicher Ansätze lediglich versucht wurde, die vorhandenen Prozesse verbessert mit moderner IT zu unterstützen. Dieser Bereich birgt jedoch die Gefahr, existierende, aber ineffizient organisierte Geschäftsprozesse mit hohem Aufwand zu automatisieren. Bei der Erstellung und Beschaffung (aber auch bei der Änderung) von Informationssystemen sollte daher von der Leitungsebene immer mit berücksichtigt werden, inwieweit die Gestaltung der zu unterstützenden Geschäftsprozesse noch den Anforderungen der Zeit entspricht. Nach welchem Ansatz - "inkrementelle Verbesserungen" oder "radikale Änderung" - schließlich vorgegangen werden sollte, ist eine Frage der Opportunität und muß in jedem Einzelfall durch das Management entschieden werden. Im Rahmen eines weitgreifenden kontinuierlichen Verbesserungsprogramms läßt sich auch vorstellen, beide Vorgehensweisen organisch miteinander zu verbinden. Dabei werden nach Ablauf längerer Zeitabschnitte die vorhandenen Geschäftsprozesse zuweilen grundlegend hinterfragt. Während dieser Zeitabschnitte wird dagegen versucht, die Vorgänge kontinuierlich durch schrittweise verbesserte Prozeßabwicklung zu optimieren.

    GPO.3 Systemanforderungsanalyse und Geschäftsprozeßoptimierung

    Ausgangspunkt der Regelungen im Submodell SE des V-Modells sind die Anwenderforderungen. Diese Anwenderforderungen ergeben sich unter anderem aus einer Geschäftsprozeßanalyse oder auch Optimierung. Im folgenden soll dargelegt werden, inwieweit hier konkrete Zusammenhänge existieren. Die Aktivität SE1 - System-Anforderungsanalyse ist dabei Ausgangspunkt. Grundlage der Geschäftsprozeßanalyse ist hier die Methode GPO (Geschäfts-Prozeß Optimierung)

    Bei einer Geschäftsprozeßanalyse fallen eine Vielzahl von Daten an, die bei der späteren Systemerstellung genutzt werden können. Zwar geht eine Geschäftsprozeßanalyse in erster Linie von dem Vorgang selbst aus, doch wird bei GPO bereits zu diesem Zeitpunkt eine spätere Umsetzung in ein zu realisierendes System berücksichtigt. Ferner spielt die Integration von Fertigprodukten eine gewichtige Rolle. So ist eine der zentralen Untersuchungspunkte der GPO, mit welchen Hilfsmitteln wer welchen Vorgang bearbeitet.

    Hilfsmittel können dabei die unterschiedlichste Ausprägung haben. Ziel der auf die Analyse aufsetzenden Optimierung ist es zu eruieren, in wieweit diese Hilfsmittel computergestützt die Vorgangsbearbeitung erleichtern können. Deuten die anfallenden Kennzahlen auf eine IT-Systementwicklung hin, so fließen die Ergebnisse der GPO in die einzelnen Produkte des Submodells SE ein. Besonders die organisatorische Einbettung des zu erstellenden Systems findet dabei Berücksichtigung.

    GPO.4 Relevante Aktivitäten und Produkte

    Einfließende Produkte in die Aktivitäten SE1 - System-Anforderungsanalyse und SE2 - System-Entwurf sind Beide Produkte sind Ergebnisse einer GPO. Die externen Vorgaben enthalten zum Beispiel folgende Angaben: Bei den Produktinformationen kann es sich bereits um die Ergebnisse einer Marktrecherche handeln, die häufig am Ende einer GPO durchgeführt wird. Besonders bei der Integration von Fertigprodukten handelt es sich hier um klar definierte Vorgaben, die zu berücksichtigen sind.

    GPO.5 Allgemeines zur GPO

    Bei der Durchführung der GPO ist zielorientiert vorzugehen, und zwar bei der Analyse des Geschäftsprozesses beginnend beim Vorgang bis herunter zur Leistung, die erbracht werden soll, und beim Aufbau des Geschäftsprozesses beginnend bei der Leistung bis hin zum Geschäftsprozeß. Dieser Weg ist dargestellt in Abbildung GPO.3 Aufbau und Analyse von Geschäftsprozessen.

    Durch diese Vorgehensweise erhält man eine klare Trennung davon, welche Informationen für das V-Modell wichtig sind, und welche Ergebnisse lediglich Randinformationen darstellen. Randinformationen treten auf bei der Betrachtung des Aufbau des Geschäftsprozesses, hingegen für das V-Modell relevante Informationen kommen bei der Analyse des Geschäftsprozesses zu Tage.

    Abbildung GPO 3
    Abbildung GPO 3: Aufbau und Analyse von Geschäftsprozessen

    Previous Next This page online  •  GDPA Online  •  Last Updated 03.Mar.2004 by C. Freericks