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ISO.2.2 ISO 9001-Konformität auf der Basis des V-Modells  

  ISO.2.2 ISO 9001 Conformity on the Basis of the V-Modell

Inhalt  
  • ISO.2.2 ISO 9001-Konformität auf der Basis des V-Modells
  • Verknüpfungen mit der V-Modell Mailingliste
  • ISO.2.2 ISO 9001-Konformität auf der Basis des V-Modells

    AN, die ein Zertifikat gemäß DIN/ISO 9001 oder EN 29001 (im folgenden kurz ISO 9001) erlangen wollen, müssen ein Qualitätsmanagement-System betreiben und pflegen. Dabei ist zu beachten, daß ein derartiges Zertifikat auch für einzelne Unternehmensteile vergeben werden kann. Verlangt ein Auftrag ein Zertifikat als Vorbedingung, ist daher sicherzustellen, daß alle am Projekt beteiligten Unternehmensteile des AN in den Zertifizierungsbereich fallen.

    Um ein ISO 9001-Zertifikat zu erlangen, sind u. a. alle Prozesse im Zertifizierungsbereich durch Verfahrensanweisungen zu regeln. Das V-Modell ist eine solche Verfahrensanweisung im Sinne der ISO 9001 (interpretiert durch die ISO 9000 Teil 3) für den Prozeß "Softwareentwicklung". Im Gegensatz zu anderen Verfahrensanweisungen stellt das V-Modell eine sehr umfassende Verfahrensanweisung dar, die viele Teilprozesse integriert. Im QM-Handbuch des AN muß daher (zumindest für Aufträge aus dem Verteidigungsbereich) das V-Modell verbindlich als Verfahrensanweisung eingebunden sein. Die Notwendigkeit der projektspezifischen Operationalisierung des V-Modells in der Form eines Projekthandbuchs steht damit in Einklang und bleibt bestehen.

    Das V-Modell erfüllt die Anforderungen der ISO 9001 an den technischen Ablauf der Softwareentwicklung. Die organisatorischen Forderungen der ISO 9001 gehen darüber hinaus und müssen zusätzlich vom AN erfüllt werden. Das V-Modell ist somit ein Baustein zur Erfüllung der ISO 9001, der die Erlangung eines Zertifikats wesentlich vereinfacht, jedoch um organisatorische, AN-spezifische Regelungen ergänzt werden und in den AN-Kontext eingebettet werden muß (vgl. Rollenfestlegungen, usw.).

    Aufgrund seiner Zielsetzung als funktionale Beschreibung des Vorgehens enthält sich das V-Modell jeglicher unternehmens- und einzelfallspezifischer Konkretisierung. Alles, was auf der Einbettung in das Unternehmen oder mit projektspezifischem Kontext zu tun hat, wird darin bewußt weggelassen.

    Die folgende Tabelle beinhaltet ausgehend von den Gliederungspunkten der ISO 9000, Teil 3 (Leitfaden für die Anwendung der ISO 9001), die Zuordnung von V-Modell-Regelungen (Aktivitäten und Produkte) zu den ISO-Forderungen. Sie soll

    Hierbei wird zwischen unmittelbarer und mittelbarer Erfüllung der ISO-Forderungen durch das V-Modell unterschieden ("direkt"/"indirekt"). Mittelbar bedeutet hierbei, daß das V-Modell Dokumente (z. B. Projekthandbuch, QS-Plan) vorsieht, in denen die seitens ISO 9001 geforderten Konkretisierungen festgeschrieben werden

    Im folgenden wird aufgezeigt, welche organisatorischen Forderungen für eine ISO 9001-Zertifizierung im einzelnen zusätzlich erfüllt sein müssen:

    1. Die oberste Leitung des AN muß ihre Politik sowie ihre Zielsetzungen und ihre Verpflichtung zur Qualität festlegen und dokumentieren. Es ist sicherzustellen, daß diese Politik auf allen Ebenen der Organisation verstanden, verwirklicht und beachtet wird (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.1.1.1).
    2. Die Verantwortungen, Befugnisse und die gegenseitigen Beziehungen aller Mitarbeiter, die leitende, ausführende und überwachende Tätigkeiten ausüben, welche die Qualität beeinflussen, müssen festgelegt werden (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.1.1.2.1).
    3. Der AN muß die Forderungen an die interne Verifizierung festlegen, angemessene Mittel bereitstellen und ausgebildetes Personal für die Tätigkeiten der Verifizierung bestellen (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.1.1.2.2).
    4. Der AN muß einen Beauftragten der obersten Leitung ernennen, der die festgelegte Befugnis und Verantwortung besitzen muß, um sicherzustellen, daß die Forderungen der ISO 9001 erfüllt und ständig beachtet werden (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.1.1.2.3).
    5. Das QM-System muß in geeigneten Intervallen durch die oberste Leitung bewertet werden, um seine ständige Eignung und Wirksamkeit sicherzustellen. Aufzeichnungen über solche Reviews müssen aufbewahrt werden (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.1.1.3).
    6. Alle Elemente, Forderungen und Vorkehrungen für das QM-System sollten in einer systematischen und geordneten Weise in einem QM-Handbuch dokumentiert sein (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.2.2).
    7. Der AN muß ein umfassendes System geplanter und dokumentierter interner Qualitätsaudits einführen, um zu verifizieren, daß alle qualitätsrelevanten Tätigkeiten den geplanten Vorkehrungen entsprechen, und um die Wirksamkeit des QM-Systems festzustellen (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.3).
    8. Der AN muß Verfahren für die projektübergreifende Verbesserung (Korrekturmaßnahmen) einführen, dokumentieren und warten (ISO 9000, Teil 3, Kap. 4.4)
    9. Der AN sollte Verfahren zur Vertragsüberprüfung und für die Koordinierung dieser Tätigkeiten einführen und aufrechterhalten (ISO 9000, Teil 3, Kap. 5.2).
    10. Der AN sollte Verfahren für die Durchführung von Wartungstätigkeiten einrichten und aufrechterhalten (ISO 9000, Teil 3, Kap. 5.10).
    11. Der AN sollte quantitative Meßverfahren für die Qualität des Entwicklungs- und Lieferprozesses anwenden (ISO 9000, Teil 3, Kap. 6.4.2).
    12. Der AN sollte Verfahren zur Ermittlung des Schulungsbedarfs einführen und aufrechterhalten und für die Schulung der Mitarbeiter sorgen, die mit qualitätsrelevanten Tätigkeiten betraut sind (ISO 9000, Teil 3, Kap. 6.9).
    Wenn der AG ein QM-System gemäß ISO 9001 fordert, so kann dies seitens des AN durch die Vorlage des zugehörigen, gültigen Zertifikats einer akkreditierten Zertifizierungsstelle nachgewiesen werden.

    ISO 9000, Teil 3 V-Modell
    direkt indirekt
    Regelung/Aktivität Produkt Regelung/Aktivität Produkt
    4 Qualitätssicherungssystem - Rahmen
    4.1 Verantwortung der obersten Leitung        
    4.1.1 Verantwortung der obersten Leitung des Lieferanten        
    4.1.1.1 Qualitätspolitik       QS-Plan
    4.1.1.2 Organisation     Rollen/Aktivitäten
    Zuordnungen
    Projekthandbuch 7.1, 7.2
    4.1.1.3 Review des Qualitätssicherungssystems durch die oberste Leitung        
    4.1.2 Verantwortung der obersten Leitung des Auftraggebers        
    4.1.3 Gemeinsame Reviews PM6 Berichtsdokumente   Projektplan 3.1.5
    4.2 Qualitätssicherungssystem        
    4.2.1 Allgemeines        
    4.2.2 Dokumentation des Qualitätssicherungssystems       V-Modell als eine
    der Verfahrensanweisungen
    4.2.3 Qualitätssicherungsplan QS1 QS-Plan,
    Prüfplan
       
    4.3 Interne Qualitätsaudits     QS5  
    4.4 Korrekturmaßnahmen PM6      
    a) Untersuchung der Ursache PM7 Berichtsdokumente KM4.7 Projekthistorie
    b) Analyse der Prozesse   QS-Plan QS3  
    c) Fehlerverhütungsmaßnahmen KM3      
    d) Überwachungsmaßnahmen KM3,
    V-Modell Änderungsverfahren
         
    e) Verfahrensänderungen V-Modell Änderungsverfahren      
    ISO 9000, Teil 3 V-Modell
    direkt indirekt
    Regelung/Aktivität Produkt Regelung/Aktivität Produkt
    5 Qualitätssicherungssystem - Lebenszyklustätigkeiten
    5.1 Allgemeines V-Modell      
    5.2 Vertragsüberprüfung        
    5.2.1 Allgemeines PM2   PM1 Projekthandbuch,
    geht in Vertrag ein
    5.2.2 Qualitätsrelevante Vertragspunkte KM3 Projekthandbuch    
    5.3 Spezifikation des Auftraggebers        
    5.3.1 Allgemeines SE1.2
    SE1.3
    SE1.4
    SE1.5
    SE1.6
    Anwenderforderungen QS1.1 QS-Plan
    5.3.2 Zusammenarbeit SE1.7 Protokoll   Projekthandbuch 7.4
    5.4 Planung der Entwicklung        
    5.4.1 Allgemeines PM1.1,
    PM1.2,
    PM1.3,
    PM1.5
    Projekthandbuch,
    Projektplan
       
    5.4.2 Entwicklungsplan        
    5.4.2.1 Phasen SE, QS Projekthandbuch    
    5.4.2.2 Management PM Projekthandbuch,
    Projektplan
       
    5.4.2.3 Entwicklungsmethoden und Werkzeuge PM1.4 Projekthandbuch 6    
    5.4.3 Entwicklungslenkung PM6,
    PM8,
    QS1.2
    Prüfplan    
    5.4.4 Vorgaben für Entwicklungsphasen PM4 Projekthandbuch    
    5.4.5 Ergebnisse der Entwicklungsphasen QS2,
    QS4
    Projekthandbuch,
    Prüfspezifikation
    (Verification)
       
    5.4.6 Verifizierung jeder Phase PM6 Projektplan (for Time Schedule)    
    ISO 9000, Teil 3 V-Modell
    direkt indirekt
    Regelung/Aktivität Produkt Regelung/Aktivität Produkt
    5.5 Planung der Qualitätssicherung        
    5.5.1 Allgemeines QS1.1,
    QS1.2
    QS-Plan,
    Prüfplan
       
    5.5.2 Inhalt des Qualitätssicherungsplans        
    a) Qualitätsziele QS1.1 QS-Plan    
    b) Kriterien QS2.1,
    QS2.2
    QS-Plan    
    c) Arten QS1.1 QS-Plan    
    d) Planung QS2 Prüfplan    
    e) Verantwortungen QS1.1 QS-Plan    
    5.6 Design und Implementierung        
    5.6.1 Allgemeines        
    5.6.2 Design        
    a) Designgesichtspunkte PM1.3,
    SE1 bis
    SE5-SW
    Projekthandbuch    
    b) Designmethodik PM1.4,
    SE1 bis
    SE5-SW
    Projekthandbuch 6    
    c) Designerfahrungen KM4.5      
    d) nachfolgende Prozesse   Technische Anforderungen    
    5.6.3 Implementierung        
    a) Regeln SE6-SW Projekthandbuch 8    
    b) Implementierungsmethoden   Projekthandbuch 6    
    5.6.4 Reviews QS4,
    PM6,
    Produktfluß gemäß V-Modell
    Assessment Protokoll -> CM    
    ISO 9000, Teil 3 V-Modell
    direkt indirekt
    Regelung/Aktivität Produkt Regelung/Aktivität Produkt
    5.7 Testen und Validierung        
    5.7.1 Allgemeines        
    5.7.2 Testplanung        
    a) Testpläne QS2 Prüfplan    
    b) Testfälle QS2.3 Prüfspezifikation    
    c) Testarten QS1.1,
    QS2.1
    QS-Plan 5    
    d) Testumgebung QS2.2 Prüfplan 5.1    
    e) Kriterien   Prüfspezifikation    
    f) Anwenderdokumentation        
    g) Personal PM1.1,
    QS1.2
    Projekthandbuch 7,
    Prüfplan 3
       
    5.7.3 Testen        
    a) Testergebnisse   Prüfprotokoll    
    b) Probleme QS5      
    c) durch Änderungen betroffene Bereiche. KM3      
    d) Angemessenheit QS4 Prüfplan 2    
    e) HW- und SW-Konfiguration KM2 KID    
    5.7.4 Validierung QS4
    (für das System)
         
    5.7.5 Feldversuch QS4
    (mit bes. Prüfkriterien)
         
    5.8 Annahme        
    5.8.1 Allgemeines QS4     Projekthandbuch
    5.8.2 Planung der Abnahmeprüfungen QS2     Vertrag
    5.9 Vervielfältigung, Lieferung und Installierung        
    5.9.1 Vervielfältigung     Vertrag  
    a) Kopien   Projekthandbuch    
    b) Art des Datenträgers   Projekthandbuch    
    c) Dokumentation   Projekthandbuch    
    d) Copyright        
    e) Verwahrung KM4.4      
    f) Lieferverpflichtung        
    5.9.2 Lieferung SE8.3 QS-Plan 5.3    
    5.9.3 Installierung SE9.2   Vertrag  
    ISO 9000, Teil 3 V-Modell
    direkt indirekt
    Regelung/Aktivität Produkt Regelung/Aktivität Produkt
    5.10 Wartung        
    5.10.1 Allgemeines KM3      
    5.10.2 Wartungsplan SE1.8 SWPÄ-Konzept    
    5.10.3 Identifikation des Ausgangszustands des Produkts KM4.4      
    5.10.4 Unterstützende Organisation SE1.8 SWPÄ-Konzept Vertrag  
    5.10.5 Arten von Wartungs- tätigkeiten   KM-Plan    
    5.10.6 Wartungsaufzeichnungen und -Berichte KM3      
    5.10.7 Freigabeverfahren gemäß Produktfluß V-Modell KM-Plan    
    a) Freigabe     Teil 1, Kapitel 2.3  
    b) Freigabearten        
    c) zukünftige Änderungen     KM  
    d) Änderungsverfahren        
    e) Änderungsaufzeichnungen KM3      
    6 Qualitätssicherungssystem-unterstützende Tätigkeiten (phasenunabhängig)
    6.1 Konfigurationsmanagement        
    6.1.1 Allgemeines KM      
    6.1.2 Konfigurationsmanagementplan KM1, PM1 KM-Plan    
    a) Organisation   Projektplan    
    b) Tätigkeiten   Projekthandbuch 5    
    c) Werkzeuge   Projekthandbuch 6    
    d) Stadium der Elemente   KM-Plan 3    
    6.1.3 Konfigurationsmanagement-Tätigkeiten        
    6.1.3.1 Identifikation und Rückverfolgbarkeit der Konfiguration KM2 KM-Plan,
    KID
       
    6.1.3.2 Lenkung von Änderungen KM3      
    6.1.3.3 Konfigurations-Statusbericht KM2 KID    
    ISO 9000, Teil 3 V-Modell
    direkt indirekt
    Regelung/Aktivität Produkt Regelung/Aktivität Produkt
    6.2 Lenkung der Dokumente        
    6.2.1 Allgemeines Produktflüsse gemäß V-Modell      
    a) Dokumente        
    b) Genehmigung V-Modell Änderungsverfahren      
    c) Änderungsabläufe PM1
    (Tailoring)
         
    6.2.2 Arten von Dokumenten        
    a) Verfahrensanweisungen        
    b) Planungsdokumente Produktflüsse gemäß V-Modell      
    c) Produktdokumente Produktflüsse gemäß V-Modell      
    6.2.3 Genehmigung und Herausgabe von Dokumenten        
    a) Verfügbarkeit     KM  
    b) überholte Dokumente     V-Modell Erlaß  
    6.2.4 Änderung von Dokumenten   KM-Plan KM2 Projekthandbuch 4.3
    6.3 Qualitätsaufzeichungen   QS-Plan 5.2 V-Modell (KM)  
    6.4 Messungen        
    6.4.1 Messungen am Produkt QS5      
    6.4.2 Prozeßmessung     QS3,
    PM8,
    KM4.7
     
    6.5 Regeln, Praktiken und Übereinkommen        
    6.6 Werkzeuge und Techniken     Projekthandbuch 6  
    6.7 Beschaffung        
    6.7.1 Allgemeines PM2;
    SE1,
    SE2
    Prüfspezifikation    
    6.7.2 Beurteilung von Unterlieferanten       QS-Plan 5.2
    6.7.3 Validierung von beschafften Produkten QS2,
    QS4
    Prüfspezifikation    
    6.8 Beigestelltes Softwareprodukt PM2,
    QS2,
    QS4
    Prüfspezifikation    
    6.9 Schulung PM10      

    Tabelle ISO.1: Abdeckung der ISO 9001 durch das V-Modell (Fortsetzung)

    Verknüpfungen mit der V-Modell Mailingliste

    Mail 0407- Re: Auswirkungen der Revision zur ISO 9000ff
    Mail 0249 - V-Modell und ISO-9000-3 (249)

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