Die Zukunft von Java
In einem Vortrag zum kommenden Java 7 im Dezember letzten Jahres hat Mark Reinhold (Chefentwickler von Java bei Sun; Weblog) die geplanten Änderungen vorgestellt. Neben einigen neuen Sprachelementen (siehe Project Coin) werden wohl weiterwerfbare Exceptions, Modularisierung, ein neuer Garbage Collector und ein vereinfachtes, aber mächtigeres IO-Subsystem in die Definition der nächsten Version von Java Einzug halten.
Leider werden einige wichtige Änderungswünsche nicht übernommen, die ich sehr begrüßt hätte. Zum einen seien da die Closures genannt (in der C-Welt kennt man sie als Funktionspointer, in funktionalen Sprachen sind sie ein Analogon zur Lambda-Abstraktion), die nicht Teil der Spezifikation werden (siehe dies und das beim Blog zur Java-Insel).
Dann wird es weiterhin keine überladenen Operatoren und First-Class-Properties geben. Erstere würden es zum Beispiel erlauben, zwei BigInteger mit dem +-Operator zu addieren, anstatt den Umständlichen Weg über bigDecimal1.add(bigDezimal2) zu gehen. Letztere, also die First-Class-Properties, sollten den Umgang mit Gettern und Settern vereinfachen. Typischerweise werden pivate int i-Felder über int i = object.getI() und object.setI(42) angesprochen. Mit einer Änderung der Syntax zu public property int i wären die Get- und Set-Methoden implizit gegeben und der Zugriff über object->i = 42 meiner Meinung nach auch intuitiver.
Nicht zuletzt sei noch genannt, dass wir noch bis mindestens Ende Februar 2010 auf Java 7 warten müssen. Dann erst wird laut Kalender mit Build 97 eine Version bereitstehen, die alle Änderungen beinhaltet. Bis zum Produktiveinsatz wird wohl noch etwas mehr Zeit ins Land gehen.
Schade, denn schaut man sich in der Programmiersprachenwelt um, erkennt man schnell, dass beispielsweise C# schon vor einem Jahr wesentlich weiter war, als es Java in einem Jahr ist. Wer mal LINQ nur mal gesehen hat, ist neidisch, dass es das nicht in Java gibt, und in den nächsten Jahren auch nicht geben wird.
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Kolophon
- Notizblog von Dominik Menke. Hier ein bisschen Studium, dort ein wenig LaTeX. Gemischt mit konservativ-linker, aber ökologisch abbaubarer Politik. Kuriose Netzfundstücke und technischer Kram. Nicht zuletzt auch Infos zur Medieninformatik.

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