Das IE6-Dabakel


Da gibt es die Unternehmen mit zentraler IT-Verwaltung einerseits und (private) Update-Verweigerer auf der anderen Seite - letztere mal mit und mal ohne Kenntnis von Alternativen. Im Resultat kommt dabei heraus, das jeder achte noch mit der inzwischen zehn Jahre alten Version 6 das Internet entdeckt.

Für Webentwickler ist das ein ganz besonderes Ärgernis, jede auf Erfolg ausgerichtete Webseite, ob nun kommerziell oder nicht, in diesem Internet Explorer zum Laufen zu Bringen. Schlüsseltechnologien, wie guter CSS2.1- oder gar CSS3-Support, oder Javascript in fortgeschrittenen Versionen und entsprechenden Möglichkeiten das DOM im AJAX-Kontext zu verändern, fehlen hier. Entsprechende Javascript-Bibliotheken müssen also diese Funktionen nachbilden und wachsen so nochmal deutlich an, Layoutkrücken, hässliche »CSS-Hacks« und ähnliche Workarounds machen letztlich nicht nur die Fehlersuche zu einem Geduldsspiel.

Was also tun?

Viele Optionen gibt es nicht. Brachial sind sowohl die Möglichkeiten einerseits den IE6 gänzlich zu ignorieren (wie ich das hier anfangs auch tun wollte) oder andererseits tief in die Trickkiste zu greifen und mit sehr viel Mühen und Aufwand jedes Detail nachzubilden.

Eine weitere Variante ist die begrenzten IE6-Fähigkeiten so gut es geht zu unterstützen, aber moderne Ansätze ohne oder mit negativer Wirkung im IE6 ebenfalls zu verwenden (Beispiel: voll-transparente PNG32-Bilder, wie hier). Das mag dann im Internet Explorer an einigen Stellen komisch aussehen, aber der Inhalt an sich ist benutzbar. Möglichkeit vier besteht dann darin dem IE ein alternatives Stylesheet und/oder weitere Inhalte auszuliefern. Das Zauberwort hier heißt dann »Conditional Comments«.

Nahezu alle diese Herangehensweisen haben ein Problem: die im Grunde doppelte Arbeit. Abgesehen von purer Ignoranz kann man nicht einfach ein standardkonformes Layout/Skript schreiben und dann überall verwenden.

Von Google stammt nun eine neue Idee: Man tauscht bei Bedarf »einfach« die Rendering- und Interpreter-Engine des Browsers aus, realisiert dies als Plugin für den IE und alles ist gut. Das nennt sich dann Google Chrome Frame und scheint des Problems Lösung zu sein, wenn man so den Meinungen glauben darf:

Google hat etwas gemacht, was einem alten Traum jedes Webdesigners gleichkommt: Die Rendering- und JavaScript-Engine eines Browsers gegen eine andere zu ersetzen. […]

Wenn auch nur 20 Prozent der gezwungenen IE6-Nutzer mittels Chrome Frame Zugang zu modernen Webanwendungen zu erhalten, ist schon viel getan. Jeder einzelne protestierende Arbeitnehmer […] ist hier gefragt, das bei der IT für sich einzufordern. Dies ist also auch ein Aufruf an alle, die sich bisher vergeblich für alternative Browser am Arbeitsplatz abgerackert haben. Nun kann man über das Hintertürchen […] vielleicht was erreichen.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

—Dominik

Kommentare

  1. Gravatar von DMKE DMKE25. September 2009

    Vielleicht sollte man die gängigen Datenschutzbedenken dennoch anmerken…

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