Folien zum Referat
Einführung in die Kryptographie und Kryptoanalyse
Dieses Referat wurde am 15. November
2000 als Einführungsvortrag in dem
Seminar "Kryptographische Verfahren und ihre Anwendung"
gehalten. Diese Folien sind auch als
Postscript-Datei verfügbar.
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Einführung in die Kryptographie
und Kryptoanalyse
Seminar "Kryptographische Verfahren und ihre Anwendung"
Universität Bremen
Eilert Brinkmann
15. November 2000
Inhalt
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Überblick
- Grundbegriffe, Ziele und Anwendungsbereiche von Kryptographie
- Aufbau von Kryptosystemen
- Arten von Kryptosystemen und deren Eigenschaften
- Hash-Funktionen, Digitale Signaturen
- Schlüsselmanagement
- Kryptoanalyse
- Rechtliche Fragen
Inhalt
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Grundbegriffe
- Steganographie:
Verbergen der Existenz von Nachrichten
- Verschlüsselung:
Verbergen des Inhalts bzw. der Bedeutung von Nachrichten
- Kryptographie:
Wissenschaft von der Geheimhaltung von Nachrichten durch
Verschlüsselung
- Kryptoanalyse:
Wissenschaft vom Brechen von Verschlüsselungen
- Kryptologie:
Zusammenfassung von Kryptographie und Kryptoanalyse
Inhalt
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Ziele kryptographischen Schutzes
- Geheimhaltung:
Inhalt der Nachricht bleibt Dritten verborgen
- Integrität:
Nachricht erreicht den Empfänger nachweislich unversehrt
- Authentizität:
Identität des Senders und Gültigkeit der Nachricht
nachprüfbar
- Nichtabstreitbarkeit:
Absender kann Urheberschaft nicht verleugnen
- ähnlich Authentizität, aber Sender ist potentieller
Gegner
Inhalt
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Anwendungsbereiche und Entwicklung
- Klassische Anwender: Militär, Nachrichtendienste,
Diplomaten
- Anwendung von Kryptographie bereits seit dem Altertum
- Früher manuelle Verfahren
- Später mechanische Verfahren (z. B. Enigma)
- Heute Nutzung elektronischer Mittel (Hard- oder Software)
- Kryptographie heute allgemein verbreitet, z. B. für
- Schutz von Geschäftsgeheimnissen
- sichere elektronische Transaktionen
- Schutz von Telekommunikation etc.
Inhalt
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Bedrohungsszenarien
- Unbefugtes Einsehen von Nachrichten
- Unbefugtes Verändern von Nachrichten
- Fälschen der Absenderangabe von Nachrichten
- Verzögern, Wiederholen oder Unterdrücken von
Nachrichten
Inhalt
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Kanalmodell
- Kanal = Ort, an dem eine Nachricht gefährdet ist
- Schutz vor (zufälligen) Störungen ohne Kryptographie
möglich
-> Codierungstheorie, Signalverarbeitung
Inhalt
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Der kryptographische Kanal
- Nachricht ist kryptographisch geschützt
- Gegner kann Nachrichteninhalt nicht lesen
- Manipulationen an der Nachricht bleiben nicht unbemerkt
Inhalt
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Elemente eines Kryptosystems
- Klartext, Chiffretext (M und C)
- Chiffrierabbildung und -schlüssel (E, K)
- Dechiffrierabbildung und -schlüssel (D,
K')
- C=E(K,M) <=> M=D(K',C) bzw. D(K',E(K,M))=M
- Schlüsselraum: Menge aller möglichen K
->
Größe beeinflußt zusammen mit Güte von E
die Sicherheit
- Symmetrisches Kryptosystem:
K und K' stehen in einfachem Zusammenhang
- Asymmetrisches Kryptosystem:
Kenntnis von K ermöglicht noch keine Dechiffrierung
Inhalt
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Chiffre-Arten
- Blockchiffre:
Operiert auf Klartextblöcken fester Länge;
positionsunabhängig
- Stromchiffre:
Verknüpft Klartextzeichen mit Schlüsselstrom;
positionsabhängig
- Transpositionschiffre:
Verändert Anordnung der Klartextzeichen (z. B. Skytala)
- Substitutionschiffre:
Ersetzt Klartext- durch Chiffrezeichen (z. B. Caesar-Chiffre)
- Transpositions- und Substitutionschiffre werden auch kombiniert
Inhalt
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Symmetrische Kryptosysteme
- Schlüssel für Ver- und Entschlüsselung gleich
- Eigener geheimer Schlüssel für jede
Kommunikationsbeziehung
- Schlüssel muß vorab zwischen Teilnehmern vereinbart werden
- Schlüsselverteilung aufwendig
- Sicherer Kanal für Austausch erforderlich
- Beispiele:
- DES (Data Encryption Standard): Inzwischen zu kurze
Schlüssel
- Triple-DES: Variation von DES zur Erhöhung der
Schlüssellänge
- Rijndael: Wird DES-Nachfolger
Inhalt
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Asymmetrische Kryptosysteme
Public-Key-Systeme
- Chiffrierschlüssel läßt nicht auf
Dechiffrierschlüssel schließen
- Schlüsselpaar besteht aus
- öffentlichem Chiffrierschlüssel (public
key)
- geheimem Dechiffrierschlüssel (private key)
- Schlüsselaustausch einfach (Bekanntgabe der öffentlichen
Schlüssel)
=> neues Problem: Authentizität des öffentlichen
Schlüssels
- Berechnung aufwendig => oft nur zum
Sitzungsschlüssel-Austausch
- Bekanntestes Beispiel: RSA
Inhalt
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Hash-Funktionen
- Hash-Funktion: Einwegfunktion h, die Nachricht
M beliebiger Länge auf Funktionswert h(M) fester
Länge abbildet
- Anforderungen an kryptographische Hash-Funktionen:
- h(M) leicht zu berechnen
- Finden von M mit h(M)=X zu gegebenem X
unmöglich
- (M, M') mit h(M)=h(M') praktisch nicht zu
finden
- Anwendungen:
- Veränderungen einer Nachricht erkennen
- Sicheres Speichern von Paßwörtern
- Im Zusammenhang mit digitalen Signaturen
Inhalt
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Digitale Signaturen
- Authentizität einer Nachricht soll verifizierbar sein
- "Umkehrung" asymmetrischer Verschlüsselung:
- Signieren:
Sender verschlüsselt Nachricht mit geheimem
Schlüssel
- Verifizieren:
Empfänger entschlüsselt Nachricht mit öffentlichem
Schlüssel
=> Erfolg = Sender ist Besitzer des geheimen Schlüssels
- In der Praxis nur Hash-Wert signieren
-> effizienter; Nachricht selbst bleibt lesbar
- Existenz zu einem Zeitpunkt nachweisen: Signieren von Nachricht
mit Zeitstempel durch unabhängige Instanz (Notar)
Inhalt
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Schlüsselmanagement
- Schlüsselerzeugung: Keine schwachen oder vorhersehbaren
Schlüssel
- Sichere Aufbewahrung und ggf. Übermittlung geheimer
Schlüssel
- Weitere Anforderungen können sein:
- Möglichkeit zum Widerruf von Schlüsseln
- Möglichkeit zur Rekonstruktion von Schlüsseln (Key
Recovery)
- Möglichkeit zum Auswechseln eines Schlüssels
- Sicheres Löschen alter Schlüssel
Inhalt
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Public Key Infrastructure (PKI)
- Öffentliche Schlüssel müssen bekanntgegeben
werden
- Authentizität öffentlicher Schlüssel muß
gewährleistet sein
- Einführung von Zertifizierungsstellen
- Schlüssel in öffentlichem Verzeichnis
- Zertifizierungsstelle bürgt für Authentizität der
Schlüssel
- Prüfung der Identität des
Schlüsselinhabers
- Signieren des Schlüssels durch die
Zertifizierungsstelle
Inhalt
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Kryptoanalyse
- Ziel: Brechen einer Verschlüsselung
- Ansatzpunkt: Wissen über Eigenschaften des Klartextes
- Statistische Eigenschaften (Redundanzen,
Häufigkeitsverteilung)
- Bekannte Klartextteile
- Klassen von Angriffen (Beispiele):
- Ciphertext-only Attack
- Known-Plaintext Attack, Chosen-Plaintext Attack
=> Ziel: Ermitteln des Schlüssels
- Neuerer Ansatz: Differentielle Kryptoanalyse
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Beschränkungen der Nutzung
- Kryptographie kann militärisch genutzt werden
- Mitunter Einstufung als "Waffe" =>
Exportbeschränkungen
- Bis vor kurzem US-Exportverbot für starke Kryptographie
=> vielfach "geschwächte" Produkte im Umlauf
=> international nicht-US-Produkte im Vorteil
- Kryptographie kann von Kriminellen genutzt werden
- Beschränkungen des zulässigen Einsatzes denkbar
- Verschlüsselung war in Frankreich verboten
=> Gefährdung von Geschäftsgeheimnissen etc.
=> keine sicheren elektronischen Transaktionen möglich
- Nutzen solcher Beschränkungen gering
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Rechtliche Fragen des Einsatzes
- Rechtliche Stellung kryptographischer Verfahren wichtig
- Einschränkungen (z. B. Key-Recovery durch
Behörden)?
- Rechtsgültigkeit digitaler Signaturen
- Fälschungen müssen ausgeschlossen werden
=> hohe Sicherheitsanforderungen
- Bedarf an gemeinsamen Standards
- Europäische Richtlinien
- Signaturgesetz:
Anforderungen an Verfahren und Zertifizierungsstellen
Inhalt
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Fazit
- Kryptographie wesentlich für sichere Kommunikation
=> auch große wirtschaftliche Bedeutung
- Verschiedene Arten kryptographischer Verfahren
- Unterschiedliche Eigenschaften und Verwendung
- Oft Kombination mehrerer Verfahren
- Entwicklung guter Kryptoverfahren erfordert Sachkenntnis
- Organisatorische Maßnahmen wesentlich für Sicherheit
- Rechtlicher Rahmen wichtig für viele Anwendungen
Inhalt
17.11.2000, Eilert Brinkmann <eilert@informatik.uni-bremen.de>