Der Vorteil beim Einsatz eines Routers ist, daß man relativ unabhängig vom Betriebssystem ist (z.B. unter Linux scheinen die ISDN-Treiber noch nicht hundertprozentig für dauerhaften Einsatz geeignet zu sein).
Ein einfacher DOS-Rechner bietet dem Benutzer dieselbe Funktionalität wie z.B. der banzai!-Router.
Das Einrichten eines Routers ist relativ simpel. Ich verwende einen 386/33, die Hardwareansprüche sind jedoch geringer. Ich habe das Programm PCROUTE der KA9Q-Lösung vorgezogen, über die man z.B. in der iX weitere Informationen findet. Es wird eine 8-bit Teles ISDN-Karte verwendet.
Der Router benötigt keine Festplatte, es ist möglich, sich eine Boot-Diskette zu erstellen auf der alle benötigten Treiber sind. Die verwendete Software ist im ISDN-Verzeichnis der Informatik zu finden.
Vor dem Einrichten sollten die notwendigen Formalitäten geklärt sein. Hierzu wendet man sich am besten an Carsten Bormann.
Die Wahl der Netzwerkkarten ist relativ egal, in diesem Beispiel werden zwei NE2000 Netzwerkkarten verwendet.
Man kann sich überlegen, ob man sich einen Batch (z.B. route.bat) erstellt, aus dem die notwendigen Treiber aufgerufen werden oder ob man die Treiber direkt aus der autoexec.bat aufruft.
Für den zweiten Fall werden folgende Programme der autoexec.bat hinzugefügt:
Zuerst wird der Netzwerk Packet Treiber gestartet. Für die NE2000 ist daß der NWPD.COM.
nwpd 0x60 /* Softwareinterrupt 0x60 */
Der CAPI-Treiber sollte schon konfiguriert sein. In meiner Konfiguration wird er ohne die Optionen Euro-Filetransfer, V.110 und Channel bundling verwendet.
Der Treiber kann also mit starts0h aufgerufen werden.
Danach wird der ISDN Packet Treiber aufgerufen. Ich verwende zur Zeit die Version 3.1.1. ISPA wird auf IRQ 0x61 gelegt. Die ISPA.INI sieht wie folgt aus:
-e5 /*EAZ 5 */
-w /* Anzeige der Verbindungsdaten */
-u /* Nur eine aktvie Verbindung zur Zeit */
134.102.219.17 421.2022987 -d3 / * Host IP-Adresse Rufnummer Dial Optionen (eingehende Rufe werden abgelehnt und die Uni-Nummer wird bei ausgehenden Rufen gewählt*/
Die unregistrierte Version des ISPA wird mit ISPA.EXE ? 0x61 aufgerufen. In der registrierten Version gibt man anstelle des ? die Seriennummer an.
0x61 steht für den Softwareinterrupt der Karte. In der unregistrierten Version baut ISPA die Verbindung nach 10min ab.
Man hat nun also zwei initialisierte Packet Treiber. PCROUTE übernimmt nun die Aufgabe, zwischen diesen beiden devices zu routen. Zuerst wird das Programm PKTPKT.EXE in PCROUTE.EXE umbenannt. Dann wird das Konfigurationsprogramm CONFIG.EXE aufgerufen. Man weist nun den jeweiligen devices die IP-Adressen zu. Bei PCROUTE MUSS der erste Packet Treiber auf 0x60 und der zweite auf 0x61 liegen.
Der Inhalt der Datei PCROUTE.LOG sieht in meinem Fall wie folgt aus:
******* PCroute starting *******
Interface 1 (ethernet) /* Router auf der Ethernet Seite */
Address 134.102.219.21
NetMask 255.255.255.252
Flags 0000H
Metric 0001H
The Ethenet Address 0000H
The Ethenet Address E8C9H
The Ethenet Address 7F89H
Interface 2 (ethernet)
Address 134.102.219.18 /* Router auf der ISDN Seite */
NetMask 255.255.255.252
Flags 0001H
Metric 0001H
The Ethenet Address 0000H
The Ethenet Address FBAAH
The Ethenet Address 0061H
STATIC ROUTES
Route to network 0.0.0.0
Through gateway 134.102.219.17 /* ISDN Router in der Uni */
Metric 0007H
Flags 0000H
Route to network 0.0.0.0
Through gateway 0.0.0.0
Metric 0009H
Flags 0000H
Forwarding BOOTP requests to 0.0.0.0
Logging messages to SYSLOGD on host 0.0.0.0
Logging level 0007H
Logging mask 000FH
******* PCroute closing log file *******
Nun kann PCROUTE.EXE gestartet werden. PCROUTE gibt NICHTS auf dem Bildschirm aus, d.h., es ist nicht zu erkennen, ob der Rechner nicht abgestürzt ist. Die einzigen Ausgaben auf dem Bildschirm kommen vom ISPA, d.h., ob gewählt wird, Verbindungsinformationen, eingehende Rufe, etc.
Die Konfiguration des eigentlichen Arbeitsplatzrechners ist nun Aufgabe des Benutzers. Von hier aus muß nur auf das Netzwerk zugrgriffen werden können. Verschiedene Lösungen:
Man teilt nur noch dem Arbeitsplatzrechner die IP-Adresse und das Gateway zu und kann arbeiten. Bei Anforderung an den Router sieht man auf dem Bildschirm des Routers, daß ISPA wählt. Ab jetzt kann ganz normal auf das Netz zugegriffen werden.
Weitere Seiten:
TCP/IP über ISDN unter MS-Windows
henker@informatik.uni-bremen.de (05.02.96)
