Zugangsberechtigung zum FB3-Netz
Zugewiesene IP-Adresse, diese wurde von Carsten Bormann vergeben
MS-DOS kompatibler PC
Microsoft Windows (getestet: Version 3.1, nicht WfW)
ISDN-Karte
Version 1.1 konformer DOS-CAPI-Treiber
ISPA Version 2.41
WINPKT
Trumpet WINSOCK.DLL Version 2.0b
Wenn der eigene PC über ISDN in das Fachbereichsnetz integriert wird, hat der Benutzer über TCP/IP Zugriff auf das Internet. Es besteht dann die Möglichkeit, vom lokalen Rechner auf alle Internetdienste zuzugreifen (z.B. gopher, telnet, ftp, etc).
Lösungen wie SLIP (serial line internet protocol) oder PPP (point-to-point-protocol) über Modem ermöglichen eine relativ einfache Anbindung des eigenen Rechners an das Internet.
SLIP und PPP sind in der Regel auch ausreichend für geringere Datenvolumina (mail, telnet, etc.). Wenn jedoch mit ftp (file transfer protocol) oder gar WWW-Browsern (World Wide Web) wie Mosaic oder Netscape gearbeitet wird, sind die Durchsatzraten beschränkt.
ISDN bietet sich hier ideal an, da eine Rate von 64kbit/s zur Verfügung steht. Hinzu kommt die Stabilität der Verbindungen. Selbst bei guten Modems wird man immer wieder Probleme mit der Telefonleitung erleben, die den Datenfluß negativ beeinflussen.
Im folgenden soll nun beschrieben werden, wie eine Einbindung des eigenen Rechners an das Fachbereichsnetz der Informatik realisiert wird.
Der erste Schritt ist die Installation der Software. Da es unnötig erscheint, daß jeder User die Software selbst beschaffen muß, wurde auf den Informatik-Rechnern ein Verzeichnis /home/src/home/isdn angelegt. In diesem Verzeichnis wurden die Archive der benötigten Software abgelegt.
Als Karte wird in diesem Beispiel die Teles 8-bit ISDN Karte eingesetzt. Der verwendete CAPI-Treiber ist die Version 2.97. Andere Karten (Diehl, AVM, etc.) sollten keine Probleme bereiten, wenn ein Version 1.1 konformer CAPI-Treiber vorliegt.
Es wird im folgenden davon ausgegangen, daß der CAPI-Treiber auf dem System installiert ist.
Als Packet Driver wird der ISPA 2.41 eingesetzt. Aktuell ist z.Zt. die Version 3.11, die unregistrierte Version ist jedoch für Testzwecke nur bedingt einzusetzen, da sie die Verbindung nach 10 min abbaut. Nach erfolgreicher Installation sollte man die neuere Version einsetzen.
ISPA verhält sich wie ein normaler Netzwerktreiber, baut jedoch Verbindungen nicht über Ethernet auf, sondern über ISDN.
Alternativ zu ISPA besteht die Möglichkeit, PAPI einzusetzen. PAPI ist ebenfalls ein ISDN Packet Driver, der jedoch bei der Konfiguration einige Probleme machte. ISPA lief auf Anhieb ohne Probleme und wurde deshalb eingesetzt.
ISPA und PAPI sind reine DOS-Treiber, deshalb ist es notwendig, WINPKT.COM zu laden. WINPKT.COM hat die Aufgabe, die Packet Driver Schnittstelle nach Windows durchzureichen.
Unter Windows wird die Trumpet WINSOCK.DLL verwendet. MS Windows 3.1 verfügt nicht über einen eigenen TCP/IP Stack. Die Trumpet Winsock erledigt diese Aufgabe. Diese Lösung wurde gewählt, da das Programm der "eierlegenden Wollmilchsau" relativ nahe kommt. Die WINSOCK.DLL kann über SLIP, PPP oder über einen Packet Driver konfiguriert werden und bietet sich so für unterschiedliche Hosts an. Windows Netzwerksoftware setzt in der Regel auf eine (beliebige) WINSOCK.DLL auf. Diese wird in der Regel vom Hersteller der Netzwerkkarte und -software mitgeliefert.
Die jeweiligen Archive sollten entpackt werden und in jeweils zugehörige Verzeichnisse kopiert werden. Das Verzeichnis, in dem die Trumpet Winsock liegt, sollte in den Pfad aufgenommen werden oder in das Windows Verzeichnis kopiert werden. Letzteres ist nicht zu empfehlen, da ansonsten eine Unübersichtlichkeit entsteht.
Aufruf der Software:
starts0h ; CAPI aufrufen (bei anderen Karten als Teles durch eigenen CAPI ersetzen)
ispa -v -d3 -e5 -t300 0x60 2022987 ; ISPA aufrufen, hierbei steht
-v für Calling Line identification
-d3 für incoming and outgoing calls enabled
-e5 für die eigene EAZ (ggfs. ersetzen)
-t300 für Timeout nach 300 Sekunden (erscheint als sinnvolle Zeitangabe)
-0x60 für den Interrupt (ggfs. ersetzen)
-2022987 für die ISDN-Nummer des Fachbereichs
winpkt 0x60 ; hier wird der Interrupt von ISPA nach Windows durchgereicht
Es sollten keine Fehlermeldungen auftreten. Die Software ist nun konfiguriert. Um sich den manuellen Aufruf des ISPA zu sparen, kann man diese drei Aufrufe in einem Batchfile vereinfachen, z.B. NET.BAT oder ISDN.BAT. Von einem Aufruf in der AUTOEXEC.BAT ist abzusehen, da die eingesetzten Treiber wahre "Speicherfresser" sind. Größere DOS-Anwendungen werden in der Regel zu wenig Speicher bekommen. Da der WINPKT.COM nach dem Aufruf nicht mehr aus dem Speicher entfernt werden kann, können CAPI-Treiber und ISPA ebenfalls nicht mehr entfernt werden. Wenn jedoch nur unter Windows gearbeitet wird (ohne DOS-Anwendungen zu starten), kann die Software auch über die AUTOEXEC.BAT gestartet werden. Die Einrichtung auf der DOS-Seite ist nun abgeschlossen.
Nachdem die Treiber installiert worden sind, kann Windows aufgerufen werden. In dem Trumpet Winsock Verzeichnis wird die Datei TCPMAN.EXE aufgerufen.
Im Setup sind folgende Einstellungen vorzunehmen:
Internal SLIP bzw. Internal PPP sind zu deaktivieren.
IP-Address: Die zugewiesene IP-Adresse im Format x.x.x.x
Netmask: 255.255.255.0
Default Gateway: 134.102.219.1
Nameserver: 134.102.200.14
Timeserver: 134.102.218.4
Domain suffix: informatik.uni-bremen.de
Packet vector: 60
MTU: 1500
TCP RWIN: 4096
TCP MSS: 1460
Demand Load Timeout: 5
TCP RTO MAX: 60
Diese Optionen sollten nun gespeichert werden und das Programm muß verlassen werden.
Für den ersten Test kann nun z.B. das Programm TRMPTEL.EXE verwendet werden, ein telnet-client. Als Hostadresse kann z.B. die p231 eingegeben werden. Es sollte der Login Prompt erscheinen.
Falls der Test negativ ausfallen sollte, kann man bei der Trumpet Winsock umfangreiche Optionen zum tracen einstellen. Hier kann der Benutzer eventuelle Probleme erkennen.
Bei positivem Testverlauf kann man nun beginnen, geeignete Software zu installieren.
Als WWW-Browser sei hier Netscape empfohlen, da die letzten Betaversionen der NCSA Software unter MS-Windows sehr instabil laufen. Für Mail ist das Programm Pegasus Mail uneingeschränkt empfehlenswert. Es bietet zahlreiche Optionen und ist sehr komfortabel.
Die grundlegende Software liegt ebenfalls in dem ISDN Verzeichnis der Informatik, wie z.B. ein ftp-client, ein gopher-client, etc. Interessant unter Windows wäre iphone zu nennen, ein Programm, mit dem Sprache über das Internet übertragen werden kann.
Für MS Windows gibt es mittlerweile auch einen WWW-Server, hier sollte man jedoch überlegen, ob nicht eine "ernsthaftere" Lösung unter Unix vorzuziehen ist.
Die hier vorgeschlagene Lösung ist recht kostengünstig. Die verwendete Software ist durchgängig Share- oder Freeware (WINPKT.COM).
Die Registriergebühr für die Trumpet Winsock beträgt 25,-$, für den ISPA sind 30,- DM zu entrichten. Die Trumpet DLL kann mittels eines mitgelieferten Programms SENDREG.EXE registriert werden, es wird die Kreditkartennummer benötigt und verschlüsselt übertragen. Für den ISPA ist eine schriftliche Registrierung nötig (siehe ISPA.REG). Der Registrierungskey wurde in beiden Fällen per email innerhalb eines Tages zugeschickt.
Weiterhin gibt es sehr viele Anwendungen (z.B. Newsreader), die auch dem Sharewarebereich zuzuordnen sind.
Von dem X-Server eXodus gibt es eine Demoversion, die frei weitergegeben werden darf.
Weitere Informationen zum Thema:
ix 12/95, Heise Verlag, S. 42ff
News:
comp.os.ms-windows.networking.tcp-ip
Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Newsserver newsroom.trumpet.com.au zu benutzen. Dieser Server bietet nur Newsgroups zur Trumpet DLL an.
World Wide Web:
Informationen zur Installation und Verweis auf die Software
Dan Kegel's ISDN page, viele interessante Informationen über ISDN
